Wirtschaft
Seit der Finanzkrise kämpft die Schifffahrt verbissen um Aufträge.
Seit der Finanzkrise kämpft die Schifffahrt verbissen um Aufträge.(Foto: picture alliance / dpa)
Freitag, 09. Februar 2018

Schiffsfinanzierer vor Verkauf: DVB Bank weckt chinesisches Interesse

Die DVB Bank gehört einst zu den größten Schiffsfinanzierern. Als der Welthandel wegen der Finanzkrise einbricht, rutscht das Institut in rote Zahlen. Jetzt interessieren sich zwei chinesische Giganten für das zum Verkauf stehende Geldhaus.

Der zum Verkauf stehende Schiffsfinanzierer DVB Bank hat anscheinend das Interesse chinesischer Investoren geweckt. Wie Reuters unter Berufung auf drei mit dem Verhandlungen vertrauten Personen berichtet, sind mit der Bank of China (BOC) und der Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) zwei chinesische Geldhäuser an dem deutschen Spezialfinanzierer interessiert. Den Informationen zufolge zeigen auch die Finanzinvestoren Carlyle und Apollo an der DVB Interesse.

Die DVB Bank gehört zur DZ Bank, dem deutschen Spitzeninstitut der Volks- und Raiffeisenbanken. Im Dezember war erstmals berichtet worden, dass sich das Institut wegen fauler Schiffskredite von dem Schiffsfinanzierer trennen möchte.

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Die DZ Bank und die DVB Bank wollten sich zu der Meldung nicht äußern. Auch die ICBC, Chinas größte staatseigene Bank, und die Bank of China, die viertgrößte Bank des Landes gaben keinen Kommentar - ebenso Carlyle und Apollo.

Die DZ Bank wollte die DVB schon 2015 an das japanische Finanzinstitut Mitsubishi UFJ verkaufen, entsprechende Gespräche führten jedoch nie zu einem Ergebnis. ICBC und die Bank of China gehörten auch zu den Interessenten für die zum Verkauf stehende HSH Nordbank, die ebenfalls unter der Krise der Containerschifffahrt litt. Sie hatten sich später aus dem Bieterrennen zurückgezogen.

Erst Weltmarktführer, dann faule Kredite

Deutsche Banken waren bis vor wenigen Jahren Weltmarktführer bei Schiffsfinanzierungen. Als die Branche wegen der Finanzkrise und dem daraus resultierenden Einbruch des Welthandels in die Krise stürzte, stapelten sich in ihren Bilanzen inzwischen faule und ausfallgefährdete Kredite. Das Volumen schätzen Experten auf rund 100 Milliarden Dollar.

Abschreibungen auf Schiffskredite brockten der DVB zuletzt hohe Verluste ein. Ihr Portfolio an solchen Krediten ist rund elf Milliarden Euro schwer. Die DVB Bank ist auch in der Finanzierung von Ölplattformen aktiv und hat Milliardenkredite in den Luftfahrt- und Eisenbahnbranchen ausstehen.

Die Schiffsbranche leidet seit Jahren unter Überkapazitäten, viele Reeder können ihre Schulden nicht bezahlen. Traditions-Reedereien wie Rickmers sind deshalb bereits in die Insolvenz geschlittert. Im ersten Halbjahr 2017 hatte die DVB wegen hoher Rückstellungen für faule Schiffskredite einen Verlust von 506 Millionen Euro verbucht. Erst kürzlich hatte sich die DVB von dem für Schiffsfinanzierungen zuständigen Vorstand Bart Veldhuizen getrennt.

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Quelle: n-tv.de