Wirtschaft

Sorge um Einstieg von Chinesen Daimler-Aktionär: "Keinen Cent aus Peking"

Einen Coup landet der chinesische Auto-Unternehmer Li mit seinem Einstieg bei Daimler. Rund 7,5 Milliarden Euro bringt er dafür auf - der chinesische Staat habe ihm dabei aber nicht geholfen, beteuert er. Auch Bedenken der Bundesregierung versucht er zu zerstreuen.

Der neue Daimler-Großaktionär Li Shufu hat für seinen Einstieg nach eigenen Angaben keine staatlichen Hilfen aus China in Anspruch genommen. "Vom chinesischen Staat kommt kein Cent", sagte Li Shufu der "Bild am Sonntag". Die 7,5 Milliarden Euro habe er aus anderen Quellen: "Ein Teil kommt direkt aus meinem Geldbeutel, ein anderer wurde über ausländische Banken finanziert."

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Die chinesische Regierung habe er im Vorfeld auch nicht über den geplanten Einstieg informiert, beteuerte Li Shufu. "Wir haben die chinesische Regierung noch nie vorab für eine Investition um Erlaubnis gefragt. Auch nicht bei unserer Daimler-Beteiligung." Weitere Auto-Aktien will er nach eigenen Worten aktuell nicht kaufen.

Li Shufu, Besitzer des chinesischen Automobilproduzenten Geely, hatte für rund 7,5 Milliarden Euro einen Anteil von knapp 9,7 Prozent an Daimler erworben. Er erklärte, er wolle mit Daimler Internet-Technologie im Bereich der Mobilität forcieren. "Wir müssen auf dem Gebiet wettbewerbsfähig sein und dürfen nicht von Internet-Riesen abhängig werden", sagte der Unternehmer mit Blick auf mögliche künftige Konkurrenten Google und Apple, die ihrerseits an Technologie für vernetzte Autos tüfteln.

Kein Sitz im Aufsichtsrat geplant

Bedenken darüber, dass mit einem Geely-Vertreter im Aufsichtsrat ein Konkurrent von Daimler Einblick in die Strategie des Unternehmens bekommen könnte, trat Li entgegen: Er habe nie nach einem Sitz im Aufsichtsrat gefragt und es habe auch keine Priorität für ihn. "Ich respektiere die Werte und die Kultur von Daimler."

Nach dem Einstieg des chinesischen Milliardärs bei Daimler hat Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) eine Verschärfung der Regeln für ausländische Beteiligungen ins Gespräch gebracht. Am Dienstag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt, die Finanzaufsichtsbehörde Bafin werde den Fall prüfen. Sie erkenne aber auf den ersten Blick keine Verstöße, sagte Merkel.

Quelle: n-tv.de, kst/AFP/rts

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