Wirtschaft

30.000 Jobs weltweit Daimler-Stellenabbau drastischer als gedacht

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Bei Daimler tobt ein Streit zwischen Management und Betriebsrat - dabei geht es auch um den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.

(Foto: imago images/Arnulf Hettrich)

Durch die Umstellung auf Elektromobilität kündigt Daimler bereits vor der Corona-Krise Sparmaßnahmen an. Die sollen nun einem Medienbericht zufolge deutlich größer und rigoroser ausfallen. Davon könnten auch Standorte in Deutschland betroffen sein.

Bei Daimler sind die Pläne zum Personalabbau in der Corona-Krise nach einem Bericht des "Manager Magazins" noch umfangreicher als bisher bekannt. Global könnten inklusive nicht neu besetzter Stellen rund 30.000 Arbeitsplätze wegfallen, berichtete das Magazin online mit Verweis auf Unternehmensquellen.

Daimler-Chef Ola Källenius wolle die Gewinnschwelle um zehn bis 15 Prozent drücken und die Kosten entsprechend senken. Auch Werksschließungen lasse er durchrechnen. Källenius werde seinen Plan Ende Juli dem Aufsichtsrat vorstellen. Zuletzt hieß es in Konzernkreisen, rund 20.000 der insgesamt knapp 300.000 Beschäftigten sollten in den kommenden Jahren das Unternehmen verlassen. Ein Daimler-Sprecher erklärte, zu den Spekulationen werde sich der Dax-Konzern nicht äußern.

Wie das Magazin weiter berichtet, sollen allein bei der Nutzfahrzeugtochter Daimler Truck AG fast 17.000 Mitarbeiter außerhalb der Produktion Abfindungs- und Altersteilzeitangebote erhalten. Infrage stünden das mit Nissan gemeinsam betriebene Pkw-Werk in Aguascalientes in Mexiko, Fabriken in Brasilien, die Van-Fertigung im ostdeutschen Ludwigsfelde, Komponentenstandorte in Berlin und Hamburg und das noch neue Motorenwerk im polnischen Jawor.

Sparprogramm wegen E-Auto-Umstellung

Daimler hatte wegen der Umstellung auf Elektroautos und anderer milliardenschwerer Investitionen im vergangenen Jahr angekündigt, Milliarden einzusparen und Personal auf freiwilliger Basis abzubauen. Zuletzt hatte sich der Streit zwischen Management und Betriebsrat verschärft. Personalchef Wilfried Porth stellte den 2017 geschlossenen Pakt zum Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2029 infrage. Sollte der Betriebsrat Einsparungen weiter verweigern, wären Kündigungen möglich.

Betriebsratschef Michael Brecht lehnte Gehaltseinbußen ab und erklärte, allenfalls eine Arbeitszeitverkürzung mit teilweisem Lohnausgleich komme infrage. Der Autobauer gab vergangene Woche bereits bekannt, im zweiten Quartal sei vor allem wegen des Geschäftseinbruchs in der Pandemie ein Betriebsverlust von 1,68 Milliarden Euro angefallen. Detaillierte Zahlen legt der Dax-Konzern am Donnerstag vor.

Quelle: ntv.de, mba/rts