Wirtschaft

Sorge um deutschen Ruf Daimler versetzt Bund in Alarmstimmung

Auch Daimler hat möglicherweise illegale Software eingesetzt, um den Abgasausstoß seiner Autos zu verschleiern. Bei der Bundesregierung läuten deswegen die Alarmglocken. Der Verbraucherschutz-Staatssekretär mahnt zur Glaubwürdigkeit und droht mit Sanktionen.

Die möglichen Abgasmanipulationen bei Daimler sorgen einem Zeitungsbericht zufolge für Alarmstimmung innerhalb der Bundesregierung. "Wenn sich herausstellen sollte, dass ein weiterer deutscher Weltkonzern seine Kunden und Behörden betrogen hat, dann wäre das ein deutlicher Schaden für den gesamten Industriestandort Deutschland", sagte der Verbraucherschutz-Staatssekretär im Bundesjustizministerium, Ulrich Kelber, dem "Handelsblatt". Es sollte daher im Interesse der Branche liegen, ihre Glaubwürdigkeit zu bewahren.

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"Wenn die Technologien, die verbaut werden, nicht dem Stand der Technik entsprechen und dann die Luftreinhaltung torpediert wird, dann muss der Druck deutlich erhöht werden", sagte Kelber. Er kündigte Maßnahmen an, die auch international Wirkung zeigten. Neben Sanktionsmöglichkeiten solle es in Zukunft unabhängige Tests geben. "Zusätzlich zu den Typgenehmigungen sollte es eine bessere Marktüberwachung geben", sagte er. Beim Kraftfahrtbundesamt sollte zudem künftig verstärkt auch der Verbraucherschutz eine Rolle spielen. Wie etwa bei der Bafin solle bei der Behörde ein Verbraucherbeirat eingesetzt werden.

Daimler soll bei mehr als einer Million Fahrzeuge die Motoren für die Abgasmessungen manipuliert haben. Ende Mai stellte ein Großaufgebot von Polizei und Staatsanwaltschaft bei Durchsuchungen zahlreicher Daimler-Standorte Beweismaterial sicher.

Um die Vorwürfe zu prüfen wird das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mutmaßlich betroffene Fahrzeuge überprüfen. Das teilte das Bundesverkehrsministerium mit nach einem Treffen mit Vertretern des Stuttgarter Autobauers mit. Bei dem Gespräch am Donnerstag in Berlin habe der Konzern durch Entwicklungsvorstand Ola Källenius versichert, dass sich Daimler rechtskonform verhalten habe.

Quelle: ntv.de, chr/rts

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