Wirtschaft

"Solide ausgestattet" Daimler will nicht an den Staatstropf

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Die Dividende für die Aktionäre ist laut Källenius nicht in Gefahr.

(Foto: picture alliance/dpa)

Autobauer Daimler will aus eigener Kraft die Coronavirus-Krise meistern. Vorstandschef Källenius sieht die Stuttgarter in dieser Hinsicht gut aufgestellt. Die Arbeitsplätze sind seiner Ansicht nach nicht in Gefahr. Seine große Hoffnung liegt auf China, dort zieht nach seinen Angaben die Nachfrage wieder an.

Mit einer klaren Ansage wartet Daimler auf: Der Stuttgarter Autobauer will die Coronavirus-Krise ohne direkte staatliche Finanzspritzen überstehen. "Daimler benötigt derzeit keine Staatshilfe", sagte Konzernchef Ola Källenius dem "Handelsblatt". Der Mercedes-Hersteller sei "mit einer hohen Liquidität solide ausgestattet".

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Auch die rund 300.000 Arbeitsplätze seien nicht in Gefahr, sagte Källenius: "Die Sicherheit der Arbeitsplätze steht nicht zur Diskussion." Der Konzern wird allerdings die Arbeitszeit seiner Produktionsmitarbeiter verkürzen, und die Regelung zur Kurzarbeit "werden wir dann auch nutzen", so der Daimler-Chef. Das Dax-Unternehmen musste seine Produktion in Europa und Nordamerika bereits großflächig stoppen.

Källenius verteilte jedoch auch Beruhigungspillen an die Aktionäre. Die Anteilseigner müssten nicht um ihre Gewinnbeteiligung von 90 Cent je Aktie bangen, sagte der Topmanager. "Unser Vorschlag für eine Dividende steht, und es gibt keinen Anlass, zu diesem Zeitpunkt etwas zu ändern."

Betriebsratschef besorgt

Daimler hofft auf eine schnelle Erholung des Geschäfts in China. "Die allermeisten unserer Händler haben wieder geöffnet, die Kunden kehren zurück. Tag für Tag kommen mehr Menschen in die Autohäuser. Die Nachfrage zieht an, das stimmt uns optimistisch."

Nicht ganz so optimistisch äußerte sich Daimler-Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht. In der Autoindustrie werde die Coronavirus-Krise tiefe Spuren hinterlassen - und nicht so schnell zu überwinden sein, sagte er der Deutschen Presse-Agentur: "Es soll jetzt niemand glauben, dass das in zwei Wochen erledigt ist."

Daimler produziere nun einmal Autos und Nutzfahrzeuge. "Woher sollte ich im Moment den Glauben nehmen, dass die Leute in einigen Wochen wieder massenhaft Autos kaufen?" Was die Regierung derzeit unternehme, um das öffentliche Leben herunterzufahren, sei richtig und notwendig. Aber als Folge werde sich eine Wirtschaftskrise entwickeln.

Quelle: ntv.de, wne/DJ/dpa