Wirtschaft

Trotz guter Verkaufszahlen Daimlers Gewinn bricht massiv ein

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Der Autobauer plant einen großen Stellenabbau.

(Foto: picture alliance / Bernd Weissbr)

Alarmstimmung bei Daimler: Der Gewinn des Autobauers sinkt um mehr als 60 Prozent - und das trotz hoher Verkaufszahlen. Daimler-Chef Källenius kommt damit aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Die neue Konzernstrategie schließt auch massive Stellenstreichungen ein.

Daimler hat 2019 deutlich weniger Gewinn eingefahren als im Vorjahr. Wie der Autobauer mitteilte, betrug das Konzernergebnis 2,7 Milliarden Euro. Das sind 64 Prozent weniger als 2018, als sich der Gewinn auf 7,6 Milliarden Euro summiert hatte.

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Dabei verkaufte Daimler 2019 mit 3,34 Millionen Fahrzeugen in etwa so viele Autos, Busse oder Lkw wie im Vorjahr. Der Umsatz stieg um drei Prozent von 167,4 Milliarden Euro im Vorjahr auf 172,7 Milliarden Euro. "Während unsere Ergebnisse im Jahr 2019 die weiterhin starke Nachfrage nach unseren attraktiven Produkten widerspiegeln, können wir mit dem Gewinn nicht zufrieden sein", erklärte Vorstandschef Ola Källenius. "Vor allem erhebliche Sonderbelastungen beeinträchtigten unsere Finanzergebnisse im vergangenen Jahr."

Den Konzern belastet neben dem Strukturwandel der Autobranche auch der Dieselskandal. So hatte Daimler Ende Januar erklärt, voraussichtliche zusätzliche Aufwendungen zwischen 1,1 und 1,5 Milliarden Euro im Zusammenhang mit Dieselfahrzeugen würden das operative Ergebnis drücken. Källenius betonte, die Zukunft des Unternehmens liege nun "in der CO2-neutralen Mobilität sowie in der konsequenten Digitalisierung". Um dies zu erreichen, seien die Investitionen in neue Technologien substanziell erhöht worden.

"Nachhaltige Geschäftsstrategie" geplant

Den "Herausforderungen der Transformation in der Autoindustrie" will sich Daimler nach Konzernangaben mit einer "nachhaltigen Geschäftsstrategie" stellen. Zur Erreichung der CO2-Ziele und zur Finanzierung der wichtigen Zukunftsfelder Elektromobilität und Vernetzung sei allerdings auch "ein enormer technischer und finanzieller Aufwand notwendig". Die daraus entstehenden Kostenbelastungen erforderten "umfassende Maßnahmen" unter anderem zur Effizienzsteigerung und zur Verschlankung des Unternehmens.

Dazu zählt auch ein von Daimler bereits angekündigter Personalabbau: Bis Ende 2022 sollen die Personalkosten um mehr als 1,4 Milliarden Euro verringert werden. Ziel sei "ein weltweiter sozialverträglicher Abbau von Arbeitsplätzen inklusive der Reduzierung von Führungspositionen", erklärte der Konzern. Ende November hatte der Konzern angekündigt, weltweit mindestens 10.000 Stellen streichen zu wollen. Ende 2019 beschäftigte Daimler international knapp 299.000 Menschen.

Die Daimler-Mitarbeiter bekommen wegen des erneuten Gewinneinbruchs des Autobauers eine deutlich geringere Prämie als in den Vorjahren. Die rund 130.000 Tarifbeschäftigten erhalten 2020 nur 597 Euro Ergebnisbeteiligung, wie Daimler mitteilte. Dazu kommt eine einmalige Anerkennungsprämie von bis zu 500 Euro. Im Vorjahr hatte die Prämie noch bei 4965 Euro gelegen. Grundlage für die Ermittlung der Prämie ist eine Berechnungsformel, die den Gewinn vor Zinsen und Steuern und die Umsatzrendite miteinander verknüpft.

Quelle: ntv.de, sgu/AFP/dpa