Wirtschaft

Lieferdienst enttäuscht Deliveroo bricht bei Börsendebüt ein

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Deliveroo legt einen schwachen Börsenstart hin.

(Foto: picture alliance / Photoshot)

Der erste Kurs des Lieferdienstes Deliveroo notiert zum Börsendebüt deutlich unter dem Ausgabepreis. Danach geht das Papier auf Talfahrt und weitet noch in den ersten Minuten die Verluste aus. Einige Investoren fragen sich, ob der Lieferdienst überhaupt jemals seine Bewertung rechtfertigen könnte.

Das Debakel hatte sich bereits im Vorfeld angekündigt: Die Aktie des britischen Essenslieferdienstes Deliveroo ist bei ihrem Debüt auf dem Londoner Parkett eingebrochen. Nach einem Ausgabepreis von 3,90 Pfund ist sie 24 Prozent tiefer bei 2,96 Pfund in den Handel gestartet. Der Börsengang sorgte die vergangenen Tage schon für Schlagzeilen, das Unternehmen musste im Vorfeld deutliche Abstriche beim Preis machen.

Der Essenslieferdienst legte den Preis für die angebotenen Aktien auf 3,90 Pfund fest und damit ans untere Ende der am Montag schon gesenkten Angebotsspanne. Dadurch kommt das Unternehmen auf einen anfänglichen Börsenwert von 7,6 Milliarden Pfund (8,9 Milliarden Euro).

Die Aktionäre von Lieferservice-Anbietern sehen nach landläufiger Meinung gerne mal über Verluste hinweg. In Europa ist das in diesen Tagen weniger der Fall, wo eine neue Debatte darüber entbrannt ist, ob Lieferkuriere großzügiger entlohnt werden und mehr Rechte erhalten sollen.

Wie soll Gewinnschwelle erreicht werden?

Zum Ausgabepreis wurde Deliveroo mit 7,6 Milliarden Pfund (8,91 Milliarden Euro) bewertet - bereits weniger als ursprünglich angepeilt - und stemmte damit den größten Börsengang in London seit einem Jahrzehnt und den bisher größten eines Technologieunternehmens in der britischen Hauptstadt. Zuvor hatten Fondsmanager bereits mit Skepsis auf die Neuemission des 2013 gegründeten Unternehmens geschaut. Einige stellten die Frage, ob der rote Zahlen schreibende Lieferdienst, an dem Amazon beteiligt ist, jemals seine Bewertung rechtfertigen könnte.

Mehrere große britische institutionelle Investoren sagten öffentlich, dass sie sich nicht an dem Börsengang beteiligen werden. Die Art und Weise, wie Deliveroo seine Lieferfahrer bezahle, die der Konzern als unabhängige Auftragnehmer einstufe, sei ein Grund zur Sorge. Sofern die Arbeitsgesetze den Kurieren neue Rechte und Vorteile gäben, werde es schwieriger, die Gewinnschwelle zu erreichen. Deliveroo verlor im Jahr 2020 rund 224 Millionen Pfund, als die Nachfrage während der Pandemie auf einem Allzeithoch rangierte.

Quelle: ntv.de, jki/dpa

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