Wirtschaft

In wenigen Tagen gerodet Der Tesla-Wald ist abgeholzt

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Nur wenige Bäume stehen noch, unter anderem um den Winterschlaf geschützter Fledermäuse nicht zu stören.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erst am Donnerstag hatte Tesla grünes Licht bekommen, um die Fläche für sein geplantes Werk in Brandenburg weiter zu roden. Nur drei Tage später sind die rund 90 Hektar schon nahezu baumfrei. Der Protest gegen die Fabrik hält an.

Der erste Teil der Rodung für die geplante Fabrik von US-Elektroautobauer Tesla in Grünheide nahe Berlin ist nahezu abgeschlossen. Nur einzelne Bäume stehen nach Polizeiangaben noch. Am heutigen Sonntag waren keine Arbeiten geplant. Auf zwei Bäumen waren zudem Fledermäuse entdeckt worden, sie sollen nach Ende ihres Winterschlafs aber anderswo untergebracht werden. Der erste Teil des Baumfällens umfasste rund 90 Hektar. Erst am Donnerstag hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg den vorübergehenden Stopp nach Eilanträgen zweier Umweltverbände wieder aufgehoben.

Derweil geht der Protest gegen das Milliardenprojekt weiter. Rund 150 Teilnehmer waren nach Angaben der Polizei am Samstag nach Erkner unweit von Grünheide gekommen. Die "Bürgerinitiative Gegen Gigafactory Grünheide" setzt sich für den Erhalt der Landschaft und der Schutzgebiete sowie für genug Trinkwasser ein. Sie lehnt große Industrieansiedlungen ab. Teilnehmer hielten Transparente hoch, auf denen stand: "Keine Großfabrik im Wald" und "Tesla oder Trinkwasser". Die Initiative wollte zwischenzeitlich auf Demos verzichten, um Vertretern rechter Gesinnung keine Plattform zu bieten.

An der Demonstration gegen Tesla nahmen auch Vertreter des Anti-Kohle-Bündnisses "Ende Gelände" Berlin und der "Interventionistischen Linken Berlin" teil. Mit Tesla gebe es keine Verkehrswende, sagte der Sprecher von "Ende Gelände Berlin", Jonas Baliani. Nötig sei ein Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und des Schienenverkehrs.

Polizei sichert Gelände

Es gab allerdings auch Unterstützung für Tesla. Ebenfalls in Erkner warben mindestens 40 Menschen nach Teilnehmerangaben für die Fabrik. Initiator André Organiska, der auch CDU-Gemeindevertreter in Gosen-Neu Zittau südlich von Erkner ist, wollte zeigen, dass es auch Bürger gebe, die für die Ansiedlung seien. "Ich denke sogar, die Mehrheit ist dafür", sagte Organiska. Die Fabrik bringe Zukunft. 

Tesla will in Grünheide (Kreis Oder-Spree) nahe Berlin ab dem nächsten Jahr bis zu 500 000 Fahrzeuge im Jahr vom Band rollen lassen. Die Grüne Liga Brandenburg und der Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern halten die vorzeitige Genehmigung für das Baumfällen für rechtswidrig, weil das endgültige grüne Licht für den Bau der Fabrik noch aussteht. Das Land Brandenburg hatte Tesla dennoch die Erlaubnis erteilt, die Bäume "auf eigene Gefahr" zu roden. Sollte das Werk am Ende nicht genehmigt werden, müsste Tesla die Fläche wieder aufforsten.

Das OVG Berlin-Brandenburg hatte am Donnerstagabend die weitere Rodung aber erlaubt und Eilanträge der beiden Umweltverbände zurückgewiesen. Das Gelände ist mit einem Zaun gesichert, die Polizei ist vor Ort.

Quelle: ntv.de, mbo/dpa