Wirtschaft

Etliche Ukrainer in Statistik Deutlich mehr Arbeitslose als vor einem Jahr

Die Herbstbelebung am Arbeitsmarkt fiel schwach aus.

(Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)

Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist stabil - zwar meldet die Bundesagentur gut 100.000 mehr Arbeitslose als im November vor einem Jahr, doch dürften für den Anstieg vor allem Flüchtlinge aus der Ukraine verantwortlich sein.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland liegt im November um gut 100.000 höher als im Vorjahresmonat. Laut Bundesagentur für Arbeit waren im November 2,434 Millionen Menschen ohne Job, das sind 8000 weniger als im Oktober, aber 117.000 mehr als vor einem Jahr. Einfluss auf den Arbeitsmarkt haben weiterhin Flüchtlinge aus der Ukraine. Nach Angaben der Bundesagentur sind derzeit 189.000 Menschen aus der Ukraine arbeitslos.

Die Arbeitslosenquote liegt damit unverändert bei 5,3 Prozent. Sie liegt aber um 0,2 Punkte höher als im November 2021. "Insgesamt ist der Arbeitsmarkt stabil. Zwar sind Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung saisonbereinigt erneut gestiegen und Kurzarbeit nimmt wieder zu, die Beschäftigung wächst aber deutlich", sagte Daniel Terzenbach, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

Bei der Kurzarbeit stellt die Bundesagentur wieder einen Anstieg fest. Vom 1. bis 24. November hätten Arbeitgeber für 82.000 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt. Daten über tatsächlich ausgezahltes Kurzarbeitergeld liegen nur bis September vor. In dem Monat zahlte die Bundesagentur Kurzarbeitergeld für 157.000 Beschäftigte. Das sind mehr als doppelt so viele wie im August.

Mehr Ukrainer in Integrationskursen

Die Einstellungsbereitschaft der Betriebe sei weiterhin hoch, habe sich aber etwas abgeschwächt, teilte die Bundesagentur weiter mit. Im November waren demnach 823.000 offene Stellen gemeldet, 15.000 mehr als noch vor einem Jahr. Saisonbereinigt habe sich der Bestand jedoch gegenüber Oktober verringert.

Die Unterbeschäftigung, die zusätzlich zur Arbeitslosigkeit auch Veränderungen in der Arbeitsmarktpolitik und kurzfristiger Arbeitsunfähigkeit berücksichtigt, erhöhte sich saisonbereinigt gegenüber dem Vormonat um 27.000 (plus 29.000). Sie betraf 3,275 Millionen Personen. Das waren 184.000 (120.000) mehr als vor einen Jahr. Die BA erklärte den Anstieg damit, dass zunehmend ukrainische Flüchtlinge an Inegrationskursen teilnähmen.

Rund 620.000 Menschen aus der Ukraine seien in der Grundsicherung, davon 200.000 Kinder. 59.000 Ukrainer seien bis September sozialversicherungspflichtig beschäftigt worden, 18.000 weitere in Minijobs.

Quelle: ntv.de, vpe/dpa/DJ

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