Wirtschaft

Klimaziel in weiter Ferne Deutsche Autobauer setzen auf Elektro

135825843.jpg

In Zwickau baut Volkswagen den VW ID.4.

(Foto: picture alliance/dpa)

Beim Thema E-Mobilität richten sich viele Augen auf Tesla. Dabei kommt der US-Autobauer auf dem europäischen Markt gar nicht gegen die heimische Konkurrenz an. Der Branchenverband VDA lobt gerade die deutschen Hersteller als "Europameister". Doch es gibt noch Luft nach oben.

Im aktuellen E-Auto-Boom sehen sich die deutschen Hersteller europaweit deutlich vorn - und auch gegenüber dem amerikanischen E-Auto-Pionier Elon Musk mit seiner Marke Tesla klar im Vorteil. "Die deutsche Automobilindustrie ist schon heute Europameister bei der Elektromobilität", sagte die Präsidentin des Branchenverbandes VDA, Hildegard Müller.

Sie sei führend auf dem europäischen Markt und hätte im laufenden Jahr ihren Marktanteil deutlich ausbauen können. "Dies ist umso bemerkenswerter, da sich mit 600.000 neuen Elektroautos in Europa die Gesamtzahl in diesem Jahr nahezu verdoppelt hat. Damit hat Europa sogar den chinesischen E-Markt überholt. Und: Europa hat 60 Prozent mehr Elektro-Pkw auf der Straße als die USA", sagte Müller. Allein auf dem heimischen Markt hätten die deutschen Hersteller ihren Marktanteil in den ersten drei Quartalen von 50 Prozent auf 66 Prozent deutlich gesteigert.

Die Nachfrage nach E-Autos ist zuletzt europaweit deutlich gestiegen, auch wegen erhöhter staatlicher Kaufprämien, die die Nachfrage inmitten der Corona-Pandemie ankurbeln sollen. Im Oktober lag die Zahl neu zugelassener Pkw mit Elektro- oder Plug-In-Hybrid-Antrieb nach Zahlen des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) bei fast 48.000. Das entspricht einem Marktanteil in dem Monat von 17,5 Prozent. Zum Vergleich: Im Januar war es mit gut 16.000 Autos noch ein Marktanteil von 6,7 Prozent. Die Bundesregierung hält sieben bis zehn Millionen E-Autos auf deutschen Straßen in Deutschland bis 2030 für notwendig, um die Klimaschutzziele zu erreichen.

"Nun muss der Ausbau der Ladeinfrastruktur nachziehen"

Von diesem Ziel ist der Autoverkehr allerdings noch weit entfernt: Anfang 2020 waren im gesamten Pkw-Bestand von 47,7 (2019: 47,1) Millionen lediglich 0,5 (0,3) Prozent reine E-Autos oder Plug-In-Hybride. Nachholbedarf sehen Experten vor allem beim Ladenetz. Unlängst hatte der europäische Herstellerverband Acea darauf hingewiesen, dass der Ausbau der Ladeinfrastruktur nicht mit der stark wachsenden Nachfrage nach E-Autos Schritt halte. "Nun muss der Ausbau der Ladeinfrastruktur nachziehen. Da haben die Kommunen erheblichen Rückstand", sagte Müller.

Auch außerhalb des deutschen Marktes sieht der Verband der Automobilindustrie (VDA) die deutschen Hersteller in vorderer Position: In Westeuropa sei der Marktanteil auf 46 Prozent gestiegen, ein Drittel mehr als im Vorjahresmonat. Das zeige sich besonders in Norwegen, wo die E-Mobilität extrem weit vorangeschritten ist: "Dort stieg der Anteil von E-Autos an allen Neuwagenverkäufen in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres auf knapp 70 Prozent", berichtete der VDA. "Jedes zweite E-Auto, das in Norwegen verkauft wird, kommt heute von deutschen Anbietern. Deutsche Hersteller verkaufen in nur fünf Wochen mehr E-Autos in Norwegen als Tesla im ganzen Jahr."

Quelle: ntv.de, fzö/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.