Wirtschaft

Unerwartet hoher Quartalsgewinn Deutsche Bank überrascht die Anleger

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Die Sonne scheint wieder mal über der Deutschen Bank.

(Foto: dpa)

Findet die Deutsche Bank mit dem neuen Vorstandschef Sewing in die Erfolgsspur zurück? Die Zahlen zum zweiten Quartal fallen zumindest überraschend positiv aus. An den Börsen legt die Aktie des Geldhauses entsprechend zu.

Nach einer Serie von Hiobsbotschaften überrascht die Deutsche Bank mit einem unerwartet hohen Quartalsgewinn. Nach Steuern sei im zweiten Quartal ein Gewinn von rund 400 Millionen Euro sowie Konzernerträge von etwa 6,6 Milliarden Euro erzielt worden, teilte die Deutsche Bank mit.

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Analysten hatten zuletzt im Schnitt lediglich mit einem Überschuss von 159 Millionen Euro und Erträgen von 6,4 Milliarden Euro gerechnet. Der Gewinn vor Steuern werde bei rund 700 Millionen Euro und damit ebenfalls über den Analystenschätzungen von 321 Millionen Euro liegen, hieß es weiter. "Das Management sieht in diesen Ergebnissen einen Beleg für die Stabilität des Geschäfts der Deutschen Bank", erklärte das Geldhaus.

An der Börse stießen die vorgezogenen Geschäftszahlen auf ein positives Echo bei Investoren. Die zuletzt schwer gebeutelte Aktie gewann zeitweise mehr als acht Prozent und übersprang die Marke von zehn Euro. Viele Analysten hatten befürchtet, dass durch den vom neuen Konzernchef Christian Sewing angekündigten Schrumpfkurs die Erträge stark zurückgehen und höhere Umbaukosten anfallen als von der Bank in Aussicht gestellt.

Weniger Vollzeitstellen

Für das zweite Quartal lägen die zinsunabhängigen Aufwendungen bei etwa 5,8 Milliarden Euro, während Analysten im Schnitt sechs Milliarden veranschlagt hatten. Darin enthalten seien eine kleine Auflösung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten und 0,2 Milliarden Euro für Restrukturierungskosten und Abfindungen. "Der Konzern hat im zweiten Quartal bei seiner Restrukturierung schnell Fortschritte erzielt", hieß es. Die Zahl der Vollzeitstellen sank um etwa 1700 auf rund 95.400.

Sewing hatte dem Geldhaus kurz nach seinem Amtsantritt im April eine neue Strategie verordnet. Im schwächelnden Investmentbanking soll kaum ein Stein auf dem anderen bleiben, bis Ende 2019 müssen Tausende Mitarbeiter die Bank verlassen - die Gesamtzahl soll global auf "deutlich unter 90.000" sinken.

Die harte Kernkapitalquote (CET 1) lag der Deutschen Bank zufolge Ende Juni bei etwa 13,6 Prozent, die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) bei rund 3,9 Prozent. Auch hier schnitt das Institut besser ab als von Analysten prognostiziert. Bei allen Zahlen handelt es sich um vorläufige Ergebnisse. Die vollständigen Ergebnisse will die Deutsche Bank am 25. Juli veröffentlichen.

Quelle: n-tv.de, mli/rts

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