Wirtschaft

Mega-Bankenhochzeit geplatzt Deutsche Bank und Coba geben Fusionspläne auf

Die Pläne für eine Großfusion am Finanzstandort Frankfurt sind vom Tisch: Deutsche Bank und Commerzbank brechen ihre Sondierungsgespräche ergebnislos ab. Beide Seiten bestätigen offiziell das Aus der Verhandlungen. Erste Reaktionen an der Börse fallen sehr unterschiedlich aus.

Jetzt ist es raus: Die beiden größten privaten Kreditinstitute Deutschlands wollen sich nicht zu einem neuen nationalen Finanzschwergewicht zusammenschließen. Nach gründlicher Prüfung seien die Vorstände der beiden Banken zu dem Schluss gekommen, dass eine Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde, heißt es in den offiziellen Stellungnahmen beider Seiten.

Die Gespräche über einen Zusammenschluss seien ergebnislos beendet worden, teilten die Institute am Vormittag mit. An der Börse löst die Entscheidung großes Aufsehen aus. Mit einer entsprechenden Mitteilung hatten Branchenkenner bereits seit Wochen gerechnet. Seit dem frühen Morgen kursierten teils widersprüchliche Gerüchte, in denen unter Berufung auf nicht näher genannte Insider von einer raschen Entscheidung die Rede war.

Die Auswirkungen der Entscheidungen werden im Aktienhandel offenbar sehr unterschiedlich eingeschätzt: Die im Dax notierten Aktien der Deutschen Bank zogen in ersten Reaktionen um rund 4,2 Prozent an. Die im MDax gelisteten Anteilsscheine der Commerzbank gaben dagegen um 2,1 Prozent nach.

Dass es in den ausdrücklich "ergebnisoffen" geführten Sondierungen zwischen der Deutschen Bank und der Commerzbank an verschiedenen Stellen hakte, war zudem bereits seit Wochen klar. Kritiker der Fusionspläne befürchteten unter anderem einen umfangreichen Stellenabbau bei der Commerzbank.

Ungeliebtes Politik-Projekt

Die IT-Systeme beider Institute seien zudem kaum miteinander kompatibel, hieß es. Mögliche Synergieeffekte wären dadurch womöglich deutlich niedriger anzusetzen als erhofft. Dazu kam, dass sich wichtige Großaktionäre der Banken gegen einen solchen Zusammenschluss zu einem neuen "nationalen Champion" der Bankenbranche wehrten.

Das Vorhaben galt ohnehin als politisch gewolltes Projekt, das vor allem von Bundesfinanzminister Olaf Scholz angeregt worden sein soll. Befürworter argumentierten, dass die Kreditinstitute nur gemeinsam stark genug seien, um gegenüber der weltweiten Konkurrenz zu bestehen. Durch die Schaffung eines neuen deutschen Finanzschwergewichts sollte die deutsche Bankenbranche sowohl im innereuropäischen Wettbewerb als auch gegenüber dem Einfluss von Großbanken aus den USA und Asien an Durchsetzungsfähigkeit gewinnen.

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Quelle: mmo/dpa/rts

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