Wirtschaft

3,5 Prozent Wachstum dieses Jahr Deutsche Banken sehen Konjunktur anspringen

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Frankfurter Skyline beim Sonnenaufgang: Der deutsche Bankenverband sieht "Licht am Ende des Tunnels".

(Foto: imago images/Marcel Lorenz)

Die Corona-Krise stürzt die deutsche Wirtschaft in eine schwere Rezession, das Bruttoinlandsprodukt bricht deutlich ein. Für das laufende Jahr jedoch sind die Banken in Deutschland optimistisch: Sie rechnen mit einem "ordentlichen Wirtschaftswachstum" von 3,5 Prozent und einer "beherrschbaren" Situation.

Die privaten Banken in Deutschland rechnen für dieses Jahr nach Angaben ihres Branchenverbandes mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von rund 3,5 Prozent und einer "beherrschbaren" Situation für die Banken bei Unternehmensinsolvenzen.

"Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass die Konjunktur im zweiten Quartal wieder anspringt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Christian Ossig. "Wir gehen davon aus, das wir ein ordentliches Wirtschaftswachstum in der Größe von dreieinhalb Prozent sehen werden."

Die gesamtwirtschaftliche Leistung im ersten Quartal werde sinken, aber bei Weitem nicht so stark wie im ersten Lockdown im Frühjahr, denn weite Teile der Industrie seien von den Schließungen nicht betroffen. Für das zweite Quartal erwartete Ossig dann Nachholeffekte. "Aus unserer Sicht ist da Licht am Ende des Tunnels."

"Die große Herausforderung ist aufseiten der Kunden"

Ossig räumte ein, die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie seien "noch nicht voll bei den Banken angekommen". Die Institute seien aber unter anderem durch eine höhere Risikovorsorge gut auf die Auswirkungen der Pandemie vorbereitet. Weil nur ein kleiner Teil der Kunden Stundungsregeln in Anspruch genommen habe, seien keine umfangreichen "Kliffeffekte" zu befürchten. "Die große Herausforderung ist weniger aufseiten der Stabilität der Banken, sondern aufseiten der Kunden", betonte Ossig. Deshalb bräuchten die Banken "ausreichend Spielraum", um Kapital bereitzustellen.

Seien die Banken mit neuen regulatorischen Anforderungen beschäftigt, könnte das "den Aufschwung abwürgen", warnte er. Ossig forderte deshalb, mit der Umsetzung der neuen Baseler Eigenkapitalrichtlinien zu warten, "bis wir die Finanzierung des Aufschwungs gestemmt haben und vollumfänglich die Auswirkung von Covid auf den Bankensektor beurteilen können".

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Co-Hauptgeschäftsführer Andreas Krautscheid betonte zudem, ein wichtiges Thema auf der Agenda bleibe in diesem Jahr der Brexit. "Für die meisten ist das Thema irgendwie abgehakt - für uns nicht." In dem Abkommen mit London sei wie erwartet kaum etwas zu Finanzthemen geregelt worden. Nun erwarte man noch Äquivalenzerklärungen.

Krautscheid forderte, im Kontext des Brexit müsse auch die europäische Kapitalmarktunion vorangetrieben werden. "Wir haben jetzt einen fragmentierten europäischen Kapitalmarkt", sagte er. Dieser sei "längst nicht so leistungsfähig, wie er sein müsste".

Quelle: ntv.de, abe/DJ

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