Wirtschaft

Euro-Zone hält robustes Tempo Deutsche Industrie verliert an Schwung

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Der Einkaufsmanagerindex der deutschen Industrie ist im Februar leicht gesunken.

(Foto: imago/IPON)

Die Nachfrage nach deutschen Industriegütern ist nach wie vor hoch. Doch die Lieferanten stoßen dabei an ihre Leistungsgrenzen und die Preise steigen. Auch die Wirtschaft in der Euro-Zone verliert leicht an Dynamik.

Das Wachstum der deutschen Industrie hat sich im Februar verlangsamt. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) der Industrie sank im Februar um 0,5 auf 60,6 Punkte, wie das Institut IHS Markit zu seiner Umfrage unter rund 400 Firmen mitteilte. Dabei handelt es sich um eine zweite Veröffentlichung. Im Zuge des ersten Ausweises war ein Indexrückgang auf 60,3 Punkte berichtet worden. Ab 50 Zählern signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum.

"Das enorme Wachstum in der deutschen Industrie scheint an seine Grenzen zu stoßen und sich weiter von seinen Rekordwerten vom Jahresende 2017 abzuschwächen", sagte Markit-Experte Phil Smith. "So stellen die Lieferketten mittlerweile ein derart ernstes Problem dar, dass die Befragten die Situation so dramatisch einschätzen wie nie zuvor in der 22-jährigen Umfragegeschichte."

Die anhaltend hohe Nachfrage sorge für Kapazitätsprobleme und Engpässe auf Lieferantenseite, was wiederum die Preise nach oben schießen lasse. Hersteller von Investitionsgütern in der metallverarbeitenden Industrie seien davon am stärksten betroffen. Zudem stiegen die Exportaufträge so langsam wie seit sieben Monaten nicht mehr. "Das deutet darauf hin, dass die steigenden Verkaufspreise, aber auch die Aufwertung des Euro so langsam auf die Auslandsbestellungen schlägt", sagte Smith.

Letzteres verteuert deutsche Waren in wichtigen Abnehmerländern wie den USA. Es erhärte sich der Verdacht, "dass wir den Höhepunkt des Aufschwungs in der Industrie bereits hinter uns haben könnten", sagte Smith.

In der Euro-Zone insgesamt fiel der Einkaufsmanagerindex um 1,0 auf 58,6 Punkte. Damit hat sich das Barometer zum zweiten Mal in Folge abgeschwächt. Im Januar hatte der Index bei 59,6 Punkten gelegen. Dennoch befindet sich der Sektor in einer der besten Wachstumsphasen seit 18 Jahren. "Erfreulich ist, dass der Aufschwung nach wie vor auf breiter Basis stattfindet und alle von der Umfrage erfassten Länder robustes Wachstum vermeldeten", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Mit Griechenlands Industriesektor etwa gehe es so kräftig aufwärts wie zuletzt vor 18 Jahren.

Quelle: n-tv.de, cri/rts/DJ

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