Wirtschaft

Konzern will Lithium gewinnenDeutsche Millionen sollen Anti-Förder-Protest in Serbien eindämmen

27.06.2026, 19:59 Uhr
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Schon 2024 trieb der Protest gegen die Lithium-Mine Zehntausende Serben auf die Straßen Belgrads. (Foto: picture alliance / Anadolu)

Lithium gehört zu wichtigen Rohstoffen, auch für die deutsche Industrie. In Serbien will der Konzern Rio Tinto es fördern. Aber viele Serben protestieren dagegen. Auf Bitten des Unternehmens stellt die Bundesregierung knapp fünf Millionen Euro zur Verfügung - unter anderem für eine Imagekampagne.

Die deutsche Bundesregierung hat sich 2025 auf Wunsch des Bergbaukonzerns Rio Tinto dazu bereit erklärt, ein umstrittenes Lithiumprojekt in Serbien mit bis zu 4,9 Millionen Euro zu fördern. Das Geld sollte unter anderem für eine Imagekampagne eingesetzt werden. Das geht aus Dokumenten des Wirtschaftsministeriums hervor, die der "Spiegel" und das Balkan Investigative Reporting Network (BIRN) ausgewertet haben. Dabei geht es um die geplante Mine im Jadar-Tal im Westen des Landes, wo Rio Tinto Lithium abbauen will. Die serbische Bevölkerung protestiert seit Jahren gegen den Abbau, sie fürchtet Umweltschäden und Korruption.

Laut den Unterlagen reisten Mitarbeiter des Wirtschaftsministeriums Ende Januar 2025 nach Serbien und sprachen dort mit Vertretern von Rio Tinto. Im Bericht über ihre Dienstreise hielten sie fest, dass Rio Tinto die Deutschen um Hilfe beim Aufbau von Kapazitäten in der serbischen Regierung, insbesondere im Bergbau- und im Umweltministerium, sowie beim Dialog mit der Zivilbevölkerung gebeten habe. Ein "großes Problem" sei laut Rio Tinto gewesen, auf die "ablehnende Haltung in der Bevölkerung" zu reagieren.

Rio Tinto habe, so heißt es laut "Spiegel" in einem internen Vermerk, zu diesem Zeitpunkt das Jadar-Projekt etwa bei den Themen Abfall- und Umweltmanagement "zum Teil qualitativ erheblich verbessert". Deutschland sagte Unterstützung zu. Das Entwicklungsministerium stellte bis zu 4,9 Millionen Euro bereit.

Aktuell ruht das Projekt

In den Unterlagen wird etwa auf eine vergangene Reise serbischer Journalisten nach Deutschland verwiesen - so etwas könne "ein sehr sinnvoller Beitrag" zur Unterstützung des Dialogs mit der Zivilgesellschaft sein, hieß es intern. Das Geld war demnach auch zur "Unterstützung bei den Vertragsverhandlungen zwischen der SRB Regierung und Rio Tinto" vorgesehen, berichtet der "Spiegel".

Vorerst ist das Projekt jedoch von Rio Tinto gestoppt. Die Bundesregierung hat nach eigener Aussage seitdem nicht mehr mit der serbischen Regierung über Lithium gesprochen und gibt an, nichts zu den Hintergründen zu wissen. Die finanziellen Hilfen des Entwicklungsministeriums seien "bislang nicht in Anspruch genommen" worden.

Quelle: ntv.de, als

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