Wirtschaft

Trotz Krieg und Inflation Deutsche Wirtschaft wächst überraschend

265725490.jpg

Die deutsche Wirtschaft wächst im Frühjahr überraschend.

(Foto: picture alliance/dpa)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Der Krieg in der Ukraine, Lieferengpässe und eine steigende Inflation belasten die deutsche Wirtschaft. Das Statistische Bundesamt rechnet daher mit einer Stagnation der Konjunktur. Doch die Zahlen für das erste Halbjahr überraschen die Experten. Das Bruttoinlandsprodukt ist leicht gewachsen.

Die deutsche Wirtschaft hat im Frühjahr überraschend zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwischen April und Juni um 0,1 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte und damit eine Schnellschätzung revidierte. Zunächst war von einer Stagnation der Wirtschaftsleistung die Rede gewesen. Auf der Konjunktur lasten die Folgen des Krieges in der Ukraine, anhaltende Lieferengpässe und die hohe Inflation.

Auch die Kassenlage des deutschen Staates hat sich im ersten Halbjahr 2022 deutlich verbessert. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung bei 0,7 Prozent, wie das Bundesamt auf Basis vorläufiger Berechnungen mitteilte. Ein Jahr zuvor war vor allem wegen der milliardenschweren Corona-Hilfen ein Minus von 4,3 Prozent verzeichnet worden.

"Trotz der schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen hat sich die deutsche Wirtschaft in den ersten beiden Quartalen 2022 behauptet", sagte Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes. Im ersten Quartal 2022 war die deutsche Wirtschaft um 0,8 Prozent gewachsen. Nach Einschätzung von Ökonomen stehen der deutschen Wirtschaft angesichts der Gaskrise allerdings harte Monate bevor.

Dem IFO-Institut zufolge wird der private Konsum wegen der steigenden Verbraucherpreise im weiteren Jahresverlauf als Konjunkturmotor ausfallen. Die Deutsche Bundesbank hält eine sinkende Wirtschaftsleistung im Winterhalbjahr inzwischen für "deutlich wahrscheinlicher". "Die hohe Unsicherheit über die Gasversorgung im kommenden Winter und die starken Preissteigerungen dürften die privaten Haushalte und Unternehmen deutlich belasten", hieß es im jüngsten Monatsbericht der Notenbank. Die Bank geht davon aus, dass die Inflationsrate in Deutschland im Herbst "eine Größenordnung von zehn Prozent" erreichen könnte.

Quelle: ntv.de, jpe/rts/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen