Wirtschaft

Sorgen um den Pkw-Absatz Deutschen Autobauern drohen Probleme

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Starke Konkurrenz in Japan und China: Die Autohersteller in Deutschland fallen im Profitabilitätsranking zurück.

(Foto: REUTERS)

Die deutsche Wirtschaft muss sich auf zunehmenden Gegenwind einstellen: Im Autobau zeichnen sich gleich eine ganze Reihe an Schwierigkeiten ab. Experten kritisieren nicht nur die enorme Abhängigkeit vom chinesischen Markt.

Die deutschen Autobauer müssen sich in der zweiten Jahreshälfte auf Gewinneinbußen gefasst machen. "Die weltweite Konjunkturentwicklung ist zwar noch immer gut, aber wenn der amerikanisch-chinesische Handelskrieg weiter eskaliert, könnte das auf die Konjunkturentwicklung und den Pkw-Absatz in beiden Ländern durchschlagen", erklärte der Automobilwirtschaftsexperte Peter Fuß von der Unternehmensberatung EY.

Bei einigen Unternehmen werde es aufgrund der Umstellung auf den neuen Abgastest WLTP zudem zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von Fahrzeugen kommen: "Nach einem Absatzwachstum im ersten Halbjahr bestehen für das zweite Halbjahr erhebliche Risiken, die allerdings eher von der mangelnden Verfügbarkeit der Fahrzeuge als von einer sinkenden Nachfrage der Kunden ausgehen."

Probleme mit WLTP

Zu den Unternehmen, denen die WLTP-Umstellung Probleme bereitet, gehören hauptsächlich die Marken des Volkswagen-Konzerns. Dieser hatte bereits im abgelaufenen Quartal große Einbußen wegen der Dieselkrise hinnehmen müssen. Auch seine Abhängigkeit vom chinesischen Markt macht dem weltweit absatzstärksten Autokonzern zu schaffen. So sorgten die erhöhten Einfuhrtarife für in den USA produzierte Fahrzeuge für den chinesischen Markt für Absatzrückgänge.

Auf der anderen Seite führen sinkende Importzölle für Autos aus dem Rest der Welt dazu, dass chinesische Kunden ihre Kaufentscheidung vertagen oder Preisnachlässe forderten. Unter diesen Umständen mussten alle deutschen Autobauer Federn lassen. BMW war zuletzt nicht mehr der margenstärkste Autobauer, und auch Daimler hatte im Vergleich mit der internationalen Konkurrenz das Nachsehen.

Gewinner sind hingegen die japanischen Autobauer Suzuki und Toyota, die in Sachen Produktion und Absatzmärkte anders aufgestellt sind als die deutschen, wie der EY-Experte in der Studie betont. Die Gewinne der deutschen Autoindustrie gehen allerdings auch zurück, weil die Hersteller massiv in zukünftig bedeutsame Geschäftsfelder investieren.

Milliarden für Marktanteile der Zukunft

"Wir werden in den kommenden Jahren weiter steigende Investitionen in die Digitalstrategie, in Elektromobilität und autonomes Fahren sehen", erklärte Fuß. Allein im ersten Halbjahr haben die drei deutschen Konzerne zusammen 14 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres haben die deutschen Autokonzerne zudem zehn Zukäufe und Unternehmensbeteiligungen getätigt - so viele wie im gesamten Vorjahr. Darunter waren Startups, die sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen, Produzenten von Feststoffbatterien wie auch Anbieter von Park-Apps und anderen Mobilitätsdiensten.

Quelle: n-tv.de, mmo/AFP

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