Wirtschaft

Studie zeigt bürokratische Hürde Deutschland für internationale Fachkräfte immer unbeliebter

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Erstmals wurden 2023 für den OECD-Index auch die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründer untersucht.

(Foto: IMAGO/MiS)

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Der Fachkräftemangel ist weiterhin ein gravierendes Problem in Deutschland. Einer Studie zufolge rutscht die Bundesrepublik in Sachen Attraktivität weiter ab. Dabei sind die Bedingungen nicht schlechter geworden - die Konkurrenz holt nur kräftig auf.

Deutschland hat im internationalen Vergleich bei Fachkräften, Unternehmern und Startups aus dem Ausland an Beliebtheit verloren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der OECD in Zusammenarbeit mit der Bertelsmann Stiftung. Gründe dafür seien unter anderem eine zögerliche Einbürgerungspraxis und eine nur schleppende Digitalisierung. "Deutschland ist mittlerweile ein offenes und attraktives Land für qualifizierte Einwanderung", sagte Ulrich Kober, Migrations-Experte der Bertelsmann Stiftung. "Aber bei Visaerteilung, Digitalisierung, Einbürgerung oder im Umgang mit Vielfalt besteht Handlungsbedarf." Dies zeigten etwa der geringe Zuzug von Fachkräften aus Drittstaaten und die Zurückhaltung der Unternehmen bei der Anwerbung im Ausland.

Einzig bei internationalen Studierenden belegt Deutschland demnach einen Spitzenplatz direkt hinter den USA noch vor Großbritannien, Norwegen und Australien. Ausschlaggebend dafür seien exzellente Universitäten, geringere Kosten für das Studium sowie gute Arbeits- und Bleibemöglichkeiten während und nach dem Studium, erklärte die Bertelsmann Stiftung.

Nur noch auf Platz 15

In Zusammenarbeit mit der Industriestaaten-Organisation OECD seien für alle 38 Mitgliedsländer die Rahmenbedingungen untersucht worden, die für qualifizierte Migranten attraktiv seien. Dies seien etwa die Qualität der beruflichen Chancen, Einkommen und Steuern, aber auch Möglichkeiten für Familienmitglieder und Lebensqualität. Die OECD-Staaten Neuseeland, Schweden, Schweiz, Australien und Norwegen sind laut Index am attraktivsten für hochqualifizierte Fachkräfte. Deutschland fiel demnach im Vergleich zu einer früheren Studie aus dem Jahr 2019 um drei Plätze zurück auf den 15. Rang.

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Die Bedingungen in Deutschland hätten sich nicht verschlechtert, aber andere Länder hätten stark aufgeholt. Bei Unternehmern aus dem Ausland sei Deutschland vom 6. auf den 13. Platz zurückgefallen. Die Rahmenbedingungen für Startups seien erstmals untersucht worden. In dieser Kategorie lande Deutschland auf dem 12. Platz. Die attraktivsten Länder seien Kanada, die USA, Frankreich, Großbritannien und Irland.

Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einem Gesetz zur Ausweitung der Arbeitskräfte-Einwanderung aus Staaten außerhalb der Europäischen Union. Eckpunkte hatte das Kabinett im November 2022 beschlossen. Dabei geht es nicht nur um anerkannte Fachkräfte. Vorgesehen ist auch eine "Chancenkarte zur Arbeitssuche", die auf einem neuen Punktesystem und nicht allein auf Qualifizierung beruht. Der Gesetzentwurf wird derzeit in der Regierung abgestimmt.

Quelle: ntv.de, mba/rts

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