Wirtschaft

Apple top, ExxonMobil flop Die Größten der Wall Street

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(Foto: AP)

In der Top-Five-Liste von Corporate America gibt es eine neue Rangfolge. Obwohl das Erfolgsrezept das alte ist: Innovation zahlt sich aus. Ein One-Trick-Pony wirkt da schnell lahm.

Wow… bei Apple denken sie halt wirklich an alles. Der Livestream aus dem Yerba Buena Center in San Francisco, wo am Montag die Apple Watch vorgestellt wurde, funktionierte in meinem Browser nicht. Kein Wunder: Ich habe vor mehr als einem Jahr nach langem Safari-Frust auf Google Chrome umgestellt. Was soll's: Safari ist noch installiert, wird schnell geöffnet und schon kommt Tim Cook.

Wer online dabei sein wollte, muss also ohnehin schon mit Apple arbeiten. Aber wer tut das nicht heutzutage. Der Konzern aus Cupertino regiert die Welt, und er erfindet sich immer wieder neu. Der Mac, einst der viel versprechende Gegenentwurf zum PC, bringt nur noch rund zehn Prozent des Umsatzes - das soll sich bald ändern, dank des flachsten MacBook aller Zeiten.

Apple macht alles

Das iPhone kann jetzt noch mehr, sogar Forschung und Medizin unterstützen, und die Apple Watch - zwischen 349 und 11.000 Dollar angesiedelt - bringt den ganzen Spaß ans Handgelenk, inklusive persönlichem Fitnesstrainer, Kreditkarte, Boarding Pass fürs Flugzeug, Schlüssel fürs Hotelzimmer - Apple macht wirklich alles. So beherrscht man die Welt, und so ist es kein Wunder, dass sich das Unternehmen in den letzten Jahren ganz hoch gearbeitet hat bis zur Nummer Eins in Corporate America: Mit einer Marktkapitalisierung von mehr als 700 Milliarden Dollar ist Apple der teuerste Konzern der Welt.

Auf Platz Zwei – seit letzter Woche – notiert Google, und damit ein weiteres Hightech-Unternehmen, das die Welt verändert hat. Das Online-Imperium ist rund 400 Milliarden Dollar wert. Platz Drei in der Unternehmenswertung geht, seit dieser Woche, an Berkshire Hathaway, die gigantische Holding von Warren Buffett, in der Versicherungen und Eisenbahnen, Textilien und Baustoffe, verschiedene Zeitungen, die Eiskremkette Dairy Queen und sogar einige Möbelgeschäfte vereint sind. Wenn man Buffet eines zugestehen will, dann das Talent sich auch immer neu zu erfinden.

"One-trick pony" unter Druck

Überhaupt ist Innovation die treibende Kraft für Unternehmen – man sieht das in allen Branchen. Wer nicht mit der Zeit geht, der verliert Marktanteile. McDonald´s serviert Kaffee, und Coca-Cola investierte in Tee und Säfte – beide wären sonst längst untergegangen.

Dabei gibt es auch Unternehmen, die sich nicht verändern. ExxonMobil, zum Beispiel. Der Öl-Riese sieht sich eben genau als solcher und ist ein klassisches "one-trick pony". Umsatz und Gewinn hängen weitgehend vom Ölpreis ab, und da schwarzes Gold im Moment billig ist, bricht der Konzern auf den vierten Platz im Business-Ranking ein. Vielleicht stünde man besser da, wenn man sich als Energieriese neu definiert und auf erneuerbare Ressourcen gesetzt hätte.

Längst hätte man den lukrativen aber zeitlich limitierten Sektor der schmutzigen Energien verlassen und massiv in Solar und Windkraft investieren können. Man tat es nicht und findet sich nun auf dem absteigenden Ast... wie übrigens auch Amerika. Das Land selbst ist viel zu spät und viel zu zögerlich auf alternative Energien zugegangen. Hätte man früher und stärker investiert, sähe der amerikanische Arbeitsmarkt heute ganz anders aus. Doch es ist nie zu spät. Amerika hat sich in seiner Geschichte immer wieder neu erfunden und stand letztlich doch immer an der Spitze. Gewisse Unternehmen können darauf nicht zählen.

Quelle: ntv.de

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