Wirtschaft

Klima-Risiko-Index vorgestellt Diese Staaten leiden unter Extremwetter

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Der Taifun "Jebi" war mit 8,5 Milliarden Dollar Schaden einer der teuersten Taifune in der Geschichte Japans überhaupt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Starke Stürme, Dauerregen, Hitze und Dürre sind längst keine Einzelphänomene mehr. In den vergangenen Jahren nehmen die Schäden, die durch Extremwetter verursacht werden, stetig zu. Für einige Länder liegen die Kosten im Milliardenbereich.

Auch wohlhabende westliche Staaten bekommen die Folgen des Klimawandels zunehmend zu spüren. Das ist ein zentrales Ergebnis des Klima-Risiko-Index der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch. Allein in Deutschland starben im vergangenen Jahr demnach 27 Menschen bei extremen Wetterlagen, die materiellen Schäden summierten sich auf knapp 3,18 Milliarden Euro.

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Im Langfrist-Index für den gesamten Zeitraum von 1998 bis 2017 lag Deutschland bei den Risiken für Klimaschäden im weltweiten Vergleich auf dem 25. Platz, das Nachbarland Frankreich sogar auf dem 20. Rang. "Auch reiche Industriestaaten werden vom Klimawandel immer härter getroffen", erklärte der Germanwatch-Experte David Eckstein.

Weltweit war das vergangene Jahr der Analyse zufolge mit mehr als 11.500 Toten und mehr als 375 Milliarden US-Dollar (mehr als 331 Milliarden Euro) Schäden das verheerendste Extremwetterjahr der jüngeren Geschichte. Dazu trugen Wirbelstürme bei, die die beiden Karibikstaaten Puerto Rico und Dominica verwüsteten. Puerto Rico führte den Risikoindex für die vergangenen 20 Jahre an, es folgten Honduras und Myanmar, Haiti, die Philippinen, Nicaragua, Bangladesch, Pakistan, Vietnam und Dominica. Deutschlands Nachbarländer Schweiz (41) und Österreich (51) sind dagegen weniger gefährdet.

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In diesem Jahr haben tropische Wirbelstürme nach Berechnungen von Munich Re einen Schaden von rund 51 Milliarden Dollar angerichtet. Das war weniger als ein Viertel der 220 Milliarden Dollar im Jahr 2017, aber mehr als der langjährige Durchschnitt von 34 Milliarden, wie der weltgrößte Rückversicherer mitteilte. Die Versicherer müssten davon rund 25 Milliarden Dollar tragen, zwei Drittel weniger als im Vorjahr, aber doppelt so viel wie im langfristigen Schnitt. "Gemessen an den Schäden zählt die diesjährige Wirbelsturmsaison der Nordhalbkugel zu den sieben teuersten überhaupt", heißt es in der Studie.

3,1 Billionen Euro Schaden verursacht

Den Autoren der jährlichen Untersuchung zufolge leiden einige Staaten zunehmend an einer Kombination aus immer stärkeren Unwettern und deren regelmäßiger Wiederkehr. Dies führe im Ergebnis dazu, dass gerade arme Länder kaum Zeit hätten, sich zu erholen, erklärte Germanwatch anlässlich des Beginns der UN-Klimakonferenz im polnischen Kattowitz.

In den vergangenen 20 Jahren gab es laut Analyse mehr als 11.500 Extremwetterereignisse. Dabei kamen mehr als 526.000 Menschen ums Leben. Die Sachschäden beliefen sich demnach ausgedrückt in sogenannten Kaufkraftparitäten auf 3,5 Billionen US-Dollar (3,1 Billionen Euro).

Der Klima-Risiko-Index erfasst durch Wetterextreme verursachte Schäden und Todesfälle. Diese werden außerdem in Beziehung zu wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit und Einwohnerzahl gesetzt, um eine Rangliste der Betroffenheit zu erstellen. Als Basis nutzt Germanwatch Daten von Munich Re und des Internationalen Währungsfonds (IWF).

"Bild der Verwundbarkeit der Staaten"

Die Verfasser betonen, dass die Daten keine "einfache Aussage" darüber erlauben, welcher Anteil der Wetterextreme direkt auf den Klimawandel zurückzuführen ist. Es sei auf diese Weise aber möglich, "ein Bild der Verwundbarkeit der Staaten" gegenüber diesen Entwicklungen zu zeichnen.

2017 zählt nach Angaben von Germanwatch zu den verheerendsten Jahren der jüngeren Geschichte. "Dass die Stürme an Intensität bei Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen zunehmen, deckt sich mit den Prognosen der Klimawissenschaft", sagte Studienautor Eckstein. "Durch die Rekord-Dürre und extreme Hitze in diesem Jahr ist im nächsten Index damit zu rechnen, dass europäische Länder noch mehr in den Fokus geraten."

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/rts/dpa

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