Wirtschaft

Manipulation bei CO2-Werten? Dobrindt setzt Experten auf Audi an

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Die neue Manipulationen sollen nicht nur Dieselmotoren betroffen haben, sondern auch Benziner.

(Foto: dpa)

Hat Audi illegale Software verwendet, um den CO2-Ausstoß seiner Diesel und Benziner zu manipulieren? Entsprechende Hinweise aus den USA rufen die Politik auf den Plan. Das Kraftfahrt-Bundesamt soll die Vorwürfe prüfen.

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) soll Berichte über angebliche Täuschungen bei CO2-Werten in Modellen von Audi prüfen. Dies erklärte ein Sprecher von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.

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Es geht um den Vorwurf, die VW-Tochter habe Messwerte des schädlichen Klimagases auf illegale Weise manipuliert. Entsprechende Informationen der kalifornischen Umweltbehörde Carb hierzu lägen nicht vor, hieß es in Berlin. Das KBA sei aber "angewiesen, dem Sachverhalt nachzugehen". Das bedeute, dass erst einmal Informationen beschafft würden, um diese anschließend zu bewerten.

Was macht das Lenkrad?

Die "Bild am Sonntag" hatte berichtet, Carb habe im Sommer eine illegale Software-Funktion in Modellen der Ingolstädter Konzerntochter entdeckt. Diese habe Audi zur Manipulation von CO2-Werten für Diesel- und Benziner-Fahrzeuge in Europa verwendet.

Dem Bericht zufolge konnten bestimmte Audi-Modelle an den Bewegungen des Lenkrads unterscheiden, ob sie auf einem Rollenprüfstand oder auf der Straße sind. Werde das Lenkrad nach dem Start nicht bewegt, aktiviere sich ein Schaltprogramm für das Getriebe, das besonders wenig CO2 produziere. Andernfalls laufe das Fahrzeug mit einem anderen Programm, das mehr Kraftstoff verbrauche und mehr CO2 ausstoße.

Das betroffene Getriebe verwende Audi bei Autos mit leistungsstarken Motoren und sei in mehreren Hunderttausend Fahrzeuge eingebaut worden, berichtete das Blatt weiter. Audi habe den Einsatz der Software in den Getrieben im Mai 2016 gestoppt, kurz bevor die Manipulation in einem älteren Modell entdeckt worden sei.

752 Millionen zurückgelegt

Der Verdacht ist brisant, denn die Kraftfahrzeugsteuer bemisst sich in Deutschland auch nach dem Kohlendioxidausstoß eines Fahrzeugs. Sollte hier geschummelt worden sein, könnten neue Verfahren auf Audi zukommen. Die VW-Tochter wollte sich nicht äußern, soll aber schon mehrere verantwortliche Techniker suspendiert haben.

Audi wird in den Vereinigten Staaten bereits vorgeworfen, rund 85.000 Dieselautos mit illegaler Abgastechnik verkauft zu haben. Bei den Fahrzeugen, die mit 3,0-Liter-Motoren unterwegs sind, steht ein Kompromiss mit den Behörden zu einer Absenkung der Stickoxidwerte noch aus. Neben Luxusmodellen von Audi sind auch Wagen wie der Porsche Cayenne und VW Touareg betroffen. Das Unternehmen hat 752 Millionen Euro für drohende Reparaturen und den noch ausstehenden Vergleich zurückgelegt.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/rts

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