Wirtschaft
(Foto: picture alliance / Frank Rumpenh)
Donnerstag, 09. August 2018

Gewinn deutlich unter Vorjahr: Dollar bremst Merck

Der Pharma wächst langsamer als selbst geplant. Schuld ist die schwächere US-Währung. Höhere Forschungsaufwendungen sowie ein Einmaleffekt im Vorjahr knabbern auch am operativen Ergebnis.

Beim Darmstädter Pharma- und Spezialchemiekonzern Merck hinterlässt der schwache Dollar deutliche Bremsspuren bei Wachstum. Dennoch hält der Konzern an seiner Prognose fest und ist beim Umsatz sogar etwas zuversichtlicher. Marktteilnehmer konnte das zunächst aber nicht freuen. "Der Dollar hat doch stärker als erwartet belastet", sagte ein Händler. "Nach den deutlichen Vorschusslorbeeren durch die Aktienrally seit Ende Juni dürfte hier eher Ernüchterung einsetzen."

Im zweiten Quartal stiegen die Erlöse auf Jahressicht leicht auf 3,71 Milliarden Euro. Das organische Wachstum lag bei 5,2 Prozent. "Wir haben im zweiten Quartal als Konzern ein solides organisches Umsatzwachstum erzielt, vor allem getragen durch unsere Unternehmensbereiche Life Science und Healthcare. Hierin machen sich auch unsere neuen Medikamente Bavencio und Mavenclad positiv bemerkbar", erklärte Konzernchef Stefan Oschmann. Auch die Sparte Performance Materials, der der verschärfte Wettbewerb im Flüssigkristallgeschäft zu schaffen macht, konnte dank einer starken Entwicklung bei Halbleitermaterialien organisch leicht zulegen.

In dem Bereich fielen die Erlöse um 4,2 Prozent - bereinigt um Währungseffekte legten sie dagegen leicht zu. Die neue Strategie, um die Sparte Performance Materials wieder auf Wachstum zu trimmen, hatte Merck Anfang Juli vorgestellt. Dort setzt den Hessen schon seit geraumer Zeit die Konkurrenz durch chinesische Anbieter zu. Chancen sieht der Konzern im breit aufgestellten, wachsenden Elektronikmarkt.

Der Unternehmensbereich Life Science, der Produkte für die Pharmaforschung anbietet, erzielte im Quartal ein starkes organisches Umsatzwachstum von 7,7 Prozent, das von allen drei Geschäftseinheiten getrieben wurde. Der berichtete Umsatz stieg nur um 3,2 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro.

Das bereinigte Ergebnis (Ebitda pre) ging um 13,7 Prozent auf 920 Millionen Euro zurück, organisch lag der Rückgang nur bei 2,7 Prozent. Grund dafür waren unter anderem höhere Forschungsausgaben und ein positiver Einmaleffekt im Vorjahr. Der Konzerngewinn schrumpfte um 42 Prozent auf 247 Millionen Euro.

Für das Gesamtjahr 2018 erwartet der Konzern weiterhin einen moderaten organischen Anstieg der Umsatzerlöse um drei bis fünf Prozent. Unter Berücksichtigung des geplanten Verkaufs seines Geschäfts mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten an Procter & Gamble prognostiziert Merck für 2018 nun Umsätze von 14,1 bis 14,6 Milliarden Euro, nach 14,0 bis 14,5 Milliarden im Mai. Das bereinigte Ergebnis dürfte weiterhin auf 3,75 bis 4,0 (4,25) Milliarden sinken.

Quelle: n-tv.de