Wirtschaft

Brauchen "genaue Kontrollen" E-Antrieb macht mehr Manipulation möglich

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Hiltrud Werner allein unter Männern. Die Vorständin für "Integrität und Recht" war seit knapp fünf Jahren dafür zuständig, eine Wiederholuing des Diesel-Skandals zu verhindern. Ihr Vertrag wurde nicht verlängert,

(Foto: imago images / Sven Simon)

Dieselgate war der Tiefpunkt für Volkswagen. Dass die zunehmende E-Mobilität Skandale in Zukunft verhindert, ist aber ein Trugschluss. "Das Diesel-Problem war ein Software-Problem", sagt die scheidende VW-Vorständin Hiltrud Werner ntv. "In den Fahrzeugen der Zukunft ist viel, viel mehr Software."

Um Manipulationen bei Elektro-Fahrzeugen auszuschließen, sind bei Volkswagen auch weiterhin engmaschige Kontrollen notwendig. "In den Fahrzeugen der Zukunft ist viel, viel mehr Software enthalten. Und das Diesel-Problem war ein Software-Problem", sagt die scheidende VW-Vorständin Hiltrud Werner im Gespräch mit ntv.

Werner ist seit knapp fünf Jahren für das Ressort "Integrität und Recht" verantwortlich und unter anderem dafür zuständig, dass sich der Diesel-Skandal nicht wiederholt. Bei hochmodernen Fahrzeugen "haben sich auch die Stellhebel deutlich vermehrt, an denen wir sehr genaue Kontrollen einführen müssen", so die VW-Topmanagerin.

Die VW-Organisation habe aus den Problemen um die Software-Manipulationen sehr viel gelernt. "Wir haben inzwischen den Prozess der Ursachenanalyse als kontinuierlichen Verbesserungsprozess in allen Teilen des Unternehmens verankert", sagt Werner, die im Februar Europas größten Automobilhersteller verlässt.

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Der eingeleitete Wandel sei nachhaltig. Volkswagen werde sich nicht zurückverändern, "weil viel zu viele Menschen inzwischen die offene Diskussionskultur und die Verankerung von Integrität und Compliance in ihrem Arbeitsalltag auch wirklich leben wollen und weiterhin leben".

"Gemischte Teams sind stärker"

Werner, die bis dato das einzige weibliche Vorstandsmitglied im VW-Konzernvorstand ist, tritt für eine Frauenquote in Vorstandsgremien ein. Sie sehe, "dass man manche Männer zu ihrem Glück zwingen muss". Gemischte Teams seien stärker.

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Über ihre berufliche Zukunft habe Werner noch nicht entschieden. Es gebe "unglaublich viele spannende Aufgaben, insbesondere auf dem internationalen Parkett". Erst einmal konzentriere sie sich auf ihren Aufsichtsratsvorsitz der Mitteldeutschen Flughafen AG. "Ich verdanke meiner sehr guten Ausbildung in Ostdeutschland sehr viel und möchte jetzt auch Ostdeutschland ein Stück zurückgeben."

Quelle: ntv.de, urei

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