Wirtschaft

"Arbeit sollte sich auszahlen" EU-Länder wollen gerechtere Mindestlöhne

imago0140129541h.jpg

Rund zehn Millionen Menschen könnten bald mehr Geld in der Tasche haben.

(Foto: imago images/epd)

Mindestlöhne sollen in der EU künftig nach "stabilen und klaren" Kriterien festgelegt werden, damit Menschen, die "Energie in ihren Job stecken" nicht in Armut leben müssen. In Deutschland hat die Ampel bereits eine Anhebung des Mindestlohns angekündigt.

Die EU-Länder haben sich auf ihre Position für Verhandlungen um einen gerechten Mindestlohn in der Europäischen Union geeinigt. Künftig sollen gesetzliche Mindestlöhne demnach anhand "stabiler und klarer" Kriterien festgelegt werden, wie die EU-Staaten mitteilten. Dazu zählen etwa die Kaufkraft der gesetzlichen Mindestlöhne, das allgemeine Lohnniveau und das Lohnwachstum.

"Arbeit sollte sich auszahlen", betonte auch der slowenische Arbeitsminister Janez Cigler Kralj, dessen Land noch bis zum Jahresende den Vorsitz der Mitgliedstaaten hat. Es sei inakzeptabel, dass "Menschen, die alle Energie in ihren Job stecken, trotzdem in Armut leben und sich keinen würdigen Lebensstandard leisten können"

Mit der Einigung ist nun auch der Weg frei für Verhandlungen um eine endgültige Regelung mit dem Europaparlament, das sich bereits auf seine Position geeinigt hatte. Vor allem nordeuropäische Länder sehen Einfluss aus Brüssel auf ihre Sozialpolitik kritisch. Gegen die aktuell verabschiedete Einigung der EU-Länder positionierten sich den Angaben zufolge Ungarn und Dänemark. Österreich habe sich enthalten, ebenso Deutschland, weil die Bundesregierung nur noch geschäftsführend im Amt sei, sagte EU-Arbeitskommissar Nicolas Schmit. Die Entscheidung musste nicht einstimmig getroffen werden.

12 Euro Mindestlohn kommt

Im Gegensatz zur Position der EU-Länder stehen in der Einigung des EU-Parlaments konkrete Zahlen. Die Pläne sehen als Leitlinien vor, dass Geringverdiener mindestens 50 Prozent des Durchschnittslohns oder 60 Prozent des sogenannten Medianlohns in dem jeweiligen Land bekommen.

Die EU-Länder wollen sich darüber hinaus dafür einsetzen, dass nationale Aktionspläne entwickelt werden sollen, wenn weniger als 70 Prozent der Löhne durch Tarifverhandlungen zustande kommen. Das Parlament setzt sich in seiner Position für eine Tarifbindung von 80 Prozent ein. EU-Arbeitskommissar Nicolas Schmit zeigte sich zuversichtlich, dass in den Verhandlungen zwischen Parlament und Ländern in einer "recht nahen Zukunft" eine Einigung gefunden werde.

In Deutschland hat die Ampel-Koalition bereits angekündigt, den Mindestlohn von derzeit 9,60 Euro auf 12 Euro pro Stunde anheben zu wollen. Davon sollen rund zehn Millionen Menschen profitieren, vor allem Frauen und Beschäftigte in Ostdeutschland.

Quelle: ntv.de, can/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.