Unabhängigkeit von Visa & Co.EU-Parlament stimmt für Einführung des digitalen Euro

Bei digitalen Zahlungen und Transfers von Geld sind Verbraucherinnen und Verbraucher meist von privaten Anbietern wie Visa oder Paypal abhängig. Die EU will das mit dem digitalen Euro ändern. Das EU-Parlament stimmt nun für seine Einführung - doch wichtige Fragen bleiben offen.
Das Europaparlament hat für die Einführung eines digitalen Bargelds in Europa gestimmt. Die Abgeordneten beschlossen am Dienstag in Straßburg einen Entwurf für den nötigen Rechtsrahmen, über den sie nun mit den 27 EU-Staaten verhandeln müssen. Über die Einführung des sogenannten digitalen Euro muss danach die Europäische Zentralbank (EZB) entscheiden.
Digitale Euros sollen in einer App - quasi einem digitalen Geldbeutel - gespeichert werden und wie Bargeld vom Bankkonto abgehoben werden können. Das physische Bargeld soll dadurch nicht ersetzt werden. Alle Geschäfte sollen nach der Einführung sowohl Bargeld als auch digitale Euros annehmen müssen. Bürgerinnen und Bürger sollen sich außerdem digitale Euros hin- und herschicken können.
US-Anbieter dominieren Markt für digitale Zahlungen
Bislang dominieren vor allem Kreditkartenanbieter und Bezahldienste aus den USA wie Paypal, Mastercard und Visa den Markt für digitale Zahlungen in Europa. Mit dem digitalen Euro wollen die Euro-Notenbanken ihnen ein europäisches Angebot entgegensetzen.
Das Zahlungsmittel soll sowohl online als auch offline genutzt werden können und Datenschutz gewährleisten. Grundlegende Dienstleistungen - wie die Kontoeröffnung und die Verwaltung von Guthaben - sollen kostenlos sein.
Die EZB strebt eine Einführung Anfang 2029 an, für 2027 ist der Start eines Pilotprojekts vorgesehen. Dafür muss allerdings der Rechtsrahmen stehen. In den anstehenden Verhandlungen sind aber noch einige Streitpunkte auszuräumen, etwa die Gebühr, die Händler für die Nutzung des digitalen Euros entrichten müssen. Auch die Höchstmenge an digitalem Bargeld, die im digitalen Geldbeutel mitgeführt werden darf, ist umstritten. Zudem fordern die Parlamentarier einen stärkeren Datenschutz.