Wirtschaft

Mahnungen und Forderungen EU-Sondergipfel wird zur "allerletzten Chance" für Athen

Alle Augen auf Griechenland: Der Schuldenstreit Athens mit seinen internationalen Geldgebern beschäftigt auch die Aktienmärkte und die US-Regierung. Während die Kurse wegen der Unwägbarkeiten vor dem Wochenende auf Tauchstation gehen, kommen neue Forderungen aus Washington - und Berlin.

Die US-Regierung ermahnt Griechenland und die internationalen Geldgeber des Landes zu einer Einigung im Schuldenstreit. Es sei "dringend" nötig, dass beide Seiten sich einem Kompromiss annäherten, sagte Regierungssprecher Eric Schultz. Es müsse "rasch ein glaubwürdiges Reformprogramm" aufgelegt werden - als "Grundlage langfristiges Wachstum in der Eurozone".

Auch der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag, Gunther Krichbaum (CDU), mahnt eine Einigung an - beim EU-Sondergipfel am Montag. Das Treffen der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in Brüssel sei die "allerletzte Chance", um eine Staatspleite in Griechenland abzuwenden, sagt Krichbaum der "Saarbrücker Zeitung". Minsterpräsident Alexis Tsipras müsse "eine 180-Grad-Wende vollziehen, damit wir noch zum Erfolg kommen".

Zugleich äußerte Krichbaum die Einschätzung, dass eine weitere mögliche Verlängerung des zweiten Hilfspakets für Athen auf erheblichen Widerstand in der Unionsfraktion stoßen würde. Eine Zustimmung dafür sei in der Fraktion "äußerst schwierig". "Das hängt sehr davon ab, zu welchen Gegenleistungen Griechenland bereits ist", sagte Krichbaum.

Griechenland verhandelt seit Monaten mit seinen internationalen Geldgebern über die Bedingungen zur Auszahlung ausstehender Finanzhilfen von 7,2 Milliarden Euro. Streit gibt es vor allem über von den Gläubigern geforderte Einschnitte bei den Renten und eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Gibt es in den kommenden Tagen keine Einigung mit den Gläubigern, drohen Griechenland die Pleite und womöglich ein Ausscheiden aus der Eurozone.

Nachdem am Freitag die EZB weitere Notkredite für die griechischen Banken abgesegnet hat, richtet sich das Augenmerk nun auf den Montag. Dann soll ein Treffen der Staats- und Regierungschefs der Eurozone eine Lösung bringen. Ratspräsident Donald Tusk und andere Politiker schraubten im Vorfeld schon einmal die Erwartungen herunter. Vermutlich geht es allenfalls darum, mit einer Zwischenlösung etwas Zeit zu erkaufen.

Verunsicherung an den Märkten

Auch die Finanzmärkte bleiben skeptisch. Die Börsen in Europa und auch die Wall Street gaben zum Wochenschluss zum Teil deutlich nach. Kommt der "Grexit", der Austritt des Landes aus der Eurozone? Gerade vor dem Wochenende erschienen den Börsianern die Unwägbarkeiten zu groß. Dax und Dow gaben ab, an der New Yorker Börse ging eine dreitägige Rally zu Ende. Eine Fortsetzung sei indes ungewiss, so lange es keine greifbaren und positiven Ergebnisse in der griechischen Schuldenkrise gebe, so ein Marktexperte.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) gab indes weitere Finanzhilfen im Umfang von 278,4 Millionen Euro für Zypern frei. In einer Mitteilung wurden dem Land zugleich Reformfortschritte bescheinigt. Die Euroländer und der IWF hatten für Zypern im März 2013 ein Hilfspaket mit Notkrediten in Höhe von insgesamt zehn Milliarden Euro geschnürt. Zu den Auflagen gehörte neben einem Sparkurs auch ein radikaler Umbau des Finanzsektors.

Zum n-tv.de-Liveticker zur Schuldenkrise in Griechenland

Quelle: n-tv.de, bad/dpa/AFP/rts

Mehr zum Thema