Wirtschaft

Nicht mehr von Russland abhängig EU dockt Ukraine und Moldau an Stromnetz an

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Schneller als geplant: Ein Projekt, um beide Länder an das westeuropäische Stromnetz anzuschließen, gibt es bereits seit 2017.

(Foto: picture alliance / Andreas Franke)

Russische Truppen attackieren wiederholt die Energieversorgung in der Ukraine. Das größte AKW in Saporischschja haben sie besetzt. Die EU springt Kiew bei und schließt die Ukraine ans westeuropäische Stromnetz an - zusammen mit der Republik Moldau.

Die Ukraine und die Republik Moldau sind an das westeuropäische Stromnetz angeschlossen worden. "In diesem Bereich ist die Ukraine jetzt ein Teil Europas", erklärte die EU-Energiekommissarin Kadri Simson. Die Europäische Union werde Gasströme in die Ukraine und die Energielieferung sicherstellen, fügte Simson hinzu. Bis vor kurzem waren die Ukraine sowie Moldau an das russische Stromnetz angebunden.

Wenige Tage nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine hatten sich die für Energie zuständigen Minister der 27 EU-Länder darauf geeinigt, die Ukraine und Moldau an das westeuropäische Stromnetz anzuschließen. Simson hatte betont, dass dies jedoch "technisch anspruchsvoll" sei. Während die Verbindung das Risiko von Stromausfällen in Teilen der EU birgt, präsentierte Brüssel den Schritt nun als Teil der Solidarität der EU mit der Ukraine.

Selenskyj: "Mitglied der Energieunion der EU"

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte die Synchronisierung des Stromnetzes seines Landes mit der westeuropäischen Versorgung. Die Ukraine sei "ein Mitglied der Energieunion der EU" geworden, schrieb Selenskyj bei Twitter. Er bedankte sich bei Simson und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Die EU-Vertreterin schrieb auf Twitter, sie begrüße den Schritt, um "Lichter anzulassen und Häuser warmzuhalten in diesen dunklen Zeiten".

Das schnelle Vorgehen beim Anschluss der beiden Länder hat zwar mit dem Ukraine-Krieg zu tun. Aber der Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (Entso-E) arbeitete seit 2017 an einem Projekt zur Synchronisierung mit dem staatlichen ukrainischen Energieunternehmen Ukrenergo. Nach Angaben von EU-Kommissarin Simson hätte dies "unter normalen Umständen" im kommenden Jahr geschehen sollen.

Der Geltungsbereich des westeuropäischen Verbundnetzes Entso-E geht über die 27 EU-Länder hinaus und schließt auch etwa Island und Zypern mit ein.

Quelle: ntv.de, joh/AFP

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