Wirtschaft

Airline kompensiert CO2-Ausstoß Easyjet will künftig klimaneutral fliegen

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Viel Aufmerksamkeit bekommt Easyjet dafür, künftig seinen gesamten durch Flüge verursachten CO2-Ausstoß zu kompensieren, wie Konzernchef Johan Lundgren nun angekündigt hat.

(Foto: REUTERS)

Spätestens seit Greta Thunbergs Segeltörn über den Atlantik haben viele beim Fliegen ein mulmiges Gefühl. Easyjet will nun seine Flüge vom Klimakiller-Image befreien und eine Idee umsetzen, die Schule machen könnte.

Der Billigflieger Easyjet will als erste große Airline seinen Kohlenstoff-Ausstoß weltweit kompensieren. "Wir tun dies, indem wir die durch Treibstoffverbrennung verursachten CO2-Emissionen aller Easyjet-Flüge ausgleichen", sagte Konzernchef Johan Lundgren bei der Vorlage der Zahlen für das Geschäftsjahr 2019. Ziel sei es sicherzustellen, dass im Gegenzug für eine Tonne durch Easyjet verursachte CO2-Emissionen die Atmosphäre an anderer Stelle um eine Tonne entlastet werde.

Um "neutrale Flüge" zu erreichen, will die britische Airline das Äquivalent der durch den Treibstoff verursachten CO2-Emissionen mit grünen Projekten kompensieren, vor allem durch Investitionen in Aufforstung und erneuerbare Energien. Dies lässt sich das Unternehmen im nächsten Geschäftsjahr 25 Millionen Pfund (gut 29 Millionen Euro) kosten. Lundgren betonte, die Kompensation sei nur eine Übergangsmaßnahme bis zur Entwicklung neuer Technologien. Dafür will Easyjet künftig zusammen mit Airbus Hybrid- und Elektroantriebe für Kurzstrecken-Flugzeuge erforschen.

Der Klimawandel sorgt in der Luftfahrt für Gegenwind. Zum einen versucht die Branche schon seit längerem sauberer zu fliegen, zum anderen hat die Klimadebatte die Politik verstärkt auf den Plan gerufen - nicht zuletzt durch öffentlichkeitswirksame Aktionen wie Greta Thunbergs Segeltrips über den Atlantik und die großen Demos der Klimaschutzbewegung Fridays for Future. So beschloss der Bundestag jüngst eine Erhöhung der Luftverkehrssteuer. Die Branche in Deutschland kritisiert solche nationalen Alleingänge und fordert ein europäisches Vorgehen, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Zahlen wie erwartet schwach

Easyjet will stärker ins Geschäft mit Pauschalreisen einsteigen und dürfte damit von der Insolvenz der Großveranstalters Thomas Cook profitieren. Das Programm Easyjet Holidays soll für den britischen Markt zu Weihnachten starten und kann nach Lundgrens Worten in andere europäische Länder ausgeweitet werden.

Operativ bekam Easyjet trotz eines Rekordsommers auch die Brexit-Unsicherheit und steigende Kerosinpreise zu spüren. Das Vorsteuerergebnis brach im Bilanzjahr 2018/2019 wie weitgehend erwartet um 26 Prozent auf 427 Millionen Pfund (499 Millionen Euro) ein. Die Dividende soll auf 43,9 Pence von 58,6 Pence gekürzt werden. Für die erste Hälfte des neuen Geschäftsjahres 2020 liegen die Buchungen laut Easyjet leicht über Vorjahr. Die Zahlen und Ankündigungen kamen an der Börse gut an. Die Easyjet-Aktien lagen am Vormittag gut vier Prozent im Plus.

Quelle: n-tv.de, vpe/rts/AFP