Wirtschaft

Hohe Beschaffungskosten EnBW hebt Strompreis an - und belohnt Gas-Sparen

Das Logo der EnBW ist an einem Kraftwerk zu sehen.

EnBW verteuert den Strombezug erheblich.

(Foto: Uli Deck/dpa/Archivbild)

Der Versorger EnBW dreht wie viele in der Branche an der Preisschraube. Im Schnitt beläuft sich der Aufschlag auf mehr als 30 Prozent. Allerdings reduziert er sich durch den Wegfall der EEG-Umlage. Zudem will das Unternehmen Einsparungen belohnen.

Stromkunden der EnBW müssen ab Oktober im Schnitt fast ein Drittel mehr für Haushaltsstrom bezahlen. Wegen gestiegener Beschaffungskosten unter anderem infolge des Ukraine-Kriegs und der gedrosselten Gaslieferungen aus Russland würden die Preise im Grundversorgungstarif im Durchschnitt um 31,1 Prozent angehoben, kündigte das Unternehmen in Karlsruhe an.

"Berücksichtigt man die Entlastung, die sich aus der Weitergabe des Wegfalls der EEG-Umlage ergibt, liegt das Preisniveau um 15,2 Prozent über Vorjahr." Die Tarife jenseits der Grundversorgung erhöhen sich den Angaben nach in ähnlichem Umfang. Die Preisanpassung der EnBW bewege sich im Marktmittelfeld. Beim Wärmestrom sei derzeit keine Preisanpassung geplant, teilte der Energieversorger mit.

Der EnBW sei klar, dass diese Preiserhöhung eine finanzielle Belastung für Kunden darstelle, sagte die für den Vertrieb zuständige Vorständin Colette Rückert-Hennen. "Dennoch ist es für uns nicht möglich, unsere derzeitigen Preise beizubehalten. Grund dafür sind die massiv erhöhten Kosten am Energiemarkt." Seit 2020 hatte die EnBW die Strompreise zweimal gesenkt.

Finanziell schwer belasteten Haushalten solle im Winter nicht die Strom- und Gaszufuhr abgedreht werden, kündigte Rückert-Hennen an. "Denn wir möchten verhindern, dass sie durch Sperrungen in eine zusätzliche Notlage geraten", sagte die Vorständin. Hier würden in Koordination mit Maßnahmen aus der Politik andere Lösungen gesucht.

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Zudem plant EnBW den Angaben zufolge eine Gassparprämie von einmalig 100 Euro für Gas-Bestandskunden, die im Vergleich zur Heizperiode des Vorjahrs mindestens zehn Prozent weniger Gas verbrauchen.

Der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" sagte Rückert-Hennen, so unvorhersehbar wie die Lage an den Energiemärkten aktuell sei, "kann ich leider nicht ausschließen, dass sie weitere Anpassungen nötig machen wird".

Quelle: jwu/dpa

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