Wirtschaft

Iran-Krieg als TreiberEnergiekrise lässt Importpreise im Mai nach oben schnellen

30.06.2026, 11:20 Uhr
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Tanker und Frachtschiffe in der Straße von Hormus. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Wieder einmal führt eine internationale Krise zu einem starken Anstieg bei Einfuhrpreisen. Besonders ist dies bei Mineralölerzeugnissen zu spüren: Kerosin und Benzin verteuern sich im Mai gegenüber dem Vorjahr um mehr als 50 Prozent.

Teure Energie infolge des Iran-Kriegs hat die deutschen Importpreise im Mai so stark steigen lassen wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Sie legten um 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Das ist der stärkste Anstieg seit Dezember 2022, als es wegen der Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sogar ein Plus von 9,6 Prozent gegeben hatte.

Auch diesmal steckt ein sprunghafter Anstieg der Energiepreise dahinter: Diese legten um 37,2 Prozent zu. Das war der stärkste Anstieg seit Oktober 2022, als es nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine zu Engpässen und in der Folge zu Preisanstiegen kam.

Durchschlagen auf die Inflation

Da die deutsche Wirtschaft viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem Ausland bezieht, wirken sich die Einfuhrpreise früher oder später auch auf die allgemeine Inflation aus. Im April stiegen die Verbraucherpreise um 2,9 Prozent zum Vorjahresmonat und damit so stark wie seit gut zwei Jahren nicht mehr, ehe die Bundesregierung einen Tankrabatt einführte. Dieser sorgte dafür, dass die Teuerungsrate im Mai auf 2,6 Prozent sank. Im Juni dürfte dieser Wert ebenfalls erreicht werden. Das Statistische Bundesamt will am Nachmittag eine erste Schätzung dazu veröffentlichen.

Importierte Mineralölerzeugnisse wie Kerosin und Benzin verteuerten sich im Mai mit 57,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat besonders stark. Erdöl kostete sogar 59,3 Prozent mehr. Steinkohle (+12,7 Prozent) und Erdgas (+10,4 Prozent) verteuerten sich ebenfalls deutlich. Auch die Preise für importierte Düngemittel und Stickstoffverbindungen lagen mit einem Plus von 31,4 Prozent deutlich über denen von Mai 2025.

Der Ende Februar begonnene Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die Weltmarktpreise für Öl und Gas in die Höhe getrieben.

Quelle: ntv.de, mpe/rts

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