Zentralbanken müssen bereit seinNotenbankenorganisation warnt vor Staatsschulden und KI-Boom

Nie waren Staaten höher verschuldet als derzeit. Das macht auch der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich Sorgen. Nicht der Schuldenstand sei problematisch, warnt die Weltorganisation der Notenbanken, sondern auch, wer einen Großteil dieser Staatsanleihen halte.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt vor wachsenden globalen Risiken durch die zunehmende Staatsverschuldung und die unklaren Folgen des KI-Booms. In ihrem Jahreswirtschaftsbericht mahnt die Dachorganisation der Zentralbanken eine disziplinierte Politik an. Denn trotz einer zuletzt widerstandsfähigen Konjunktur müssten die Verantwortlichen entschlossen handeln, um die finanzielle Stabilität zu sichern. "Die politischen Maßnahmen müssen sich gegenseitig verstärken, um widersprüchliche Impulse für die Weltwirtschaft zu vermeiden", sagte BIZ-Generaldirektor Pablo Hernandez de Cos. "Der Erfolg hängt letztlich von soliden fiskalischen und finanziellen Grundlagen ab."
Besonderes Augenmerk richtet die BIZ auf die Rekordverschuldung der öffentlichen Hand. De Cos betonte die Dringlichkeit, die Schuldenstände in wichtigen Volkswirtschaften zu senken. Erschwerend komme hinzu, dass Staatsanleihen zunehmend von hoch verschuldeten Hedgefonds gehalten würden. Dies habe eine neue Wechselwirkung zwischen Staatsfinanzen und Finanzstabilität geschaffen, erklärte Frank Smets von der Währungs- und Wirtschaftsabteilung der BIZ. Diese Entwicklung könne zu häufigeren und stärkeren Kursverlusten bei Staatsanleihen führen und die Finanzierungsbedingungen rasch verschlechtern.
Zudem äußerte die BIZ Zweifel an der Dauerhaftigkeit des Investitionsbooms im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI). Zwar stütze die Technologie die Wachstumserwartungen, sie schüre jedoch Ängste vor Arbeitsplatzverlusten. Lieferengpässe und ein intensiver Wettbewerb könnten zudem zu Überinvestitionen führen, wie sie in früheren Zyklen von Auf- und Abschwung zu beobachten waren.
Die Finanzorganisation warnte auch vor anhaltenden Angebotsschocks und dem Risiko einer erneut hartnäckig hohen Inflation. Häufigere Lieferunterbrechungen könnten dazu führen, dass sich höhere Inflationserwartungen bei Haushalten und Unternehmen verfestigen. Die Zentralbanken müssten in diesem Fall bereit sein zu handeln.