Wirtschaft
Weniger Gegenwert fürs Geld: In Deutschland steigen die Preise im Januar auf Jahressicht um 1,6 Prozent.
Weniger Gegenwert fürs Geld: In Deutschland steigen die Preise im Januar auf Jahressicht um 1,6 Prozent.(Foto: picture alliance / Friso Gentsch)
Mittwoch, 14. Februar 2018

Weniger im Geldbeutel: Energiepreise bremsen die Inflation

In Deutschland schwächt sich der Anstieg der Verbraucherpreise zu Jahresbeginn leicht ab. Die Statistiker deuten auf die jüngsten Trends bei Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas. Mehr bezahlen müssen die Deutschen dagegen vor allem für Lebensmittel.

Sinkende Energiepreise haben die Inflation in Deutschland zu Jahresbeginn gedämpft. Die Teuerungsrate sank im Januar auf 1,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Experten bestätigten damit ihre erste Schätzung von Ende Januar. Im Dezember lag die Inflationsrate noch bei 1,7 Prozent, während sie im Gesamtjahr 2017 mit 1,8 Prozent so hoch ausfiel wie seit 2012 nicht mehr.

Die Inflationsrate in Deutschland liegt weiter unter der Zielmarke von knapp zwei Prozent, die von der Europäischen Zentralbank (EZB) als ideal für die Wirtschaft erachtet wird. Für die leichte Abschwächung beim Preisauftrieb machten die Statistiker die Entwicklung der Energiepreise verantwortlich. Kraftstoffe wie Benzin und Diesel kosteten 0,5 Prozent weniger als im Januar 2017, während sich Erdgas sogar um 1,3 Prozent verbilligte.

Preistreiber waren dagegen vor allem Nahrungsmittel: Speisefette und -öle verteuerten sich um 15,2 Prozent, Molkereiprodukte um 10,3 Prozent und Obst um 8,3 Prozent. Bei Dienstleistungen gab es einen Preisaufschlag von 1,6 Prozent, bei Wohnungsmieten von 1,7 Prozent. Der Anstieg bei den Nahrungsmitteln wirkt damit auch im Januar als einer der wichtigsten preistreibenden Faktoren auf die Gesamtteuerung.

Die Bundesregierung hat in ihrem Jahreswirtschaftsbericht die Inflationsprognose für dieses Jahr leicht angehoben. Sie geht nunmehr von 1,7 Prozent aus, nachdem sie im Herbst noch 1,6 Prozent erwartet hatte.

EZB nicht unter Zugzwang

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag zuletzt um 1,4 Prozent höher als im Vorjahr. Im Vergleich zum Vormonat ergab sich auch hier ein deutlicher Rückgang: Im Dezember hatte der HVPI noch 1,6 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen, im November sogar bei 1,8 Prozent. Die HVPI-Rate ist maßgeblich für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Inflationsrate des Statistischen Bundesamts basiert auf einer leicht abweichenden Berechnungsmethode.

Mit Blick auf die im gesamten Euro-Raum niedrige Inflation wollen die Währungshüter weiterhin an ihrer Nullzinspolitik festhalten. Mit einer Anhebung der Euro-Leitzinsen ist demnach in diesem Jahr nicht zu rechnen - vorausgesetzt, der HVPI bewegt sich weiter auf dem Niveau unterhalb der Marke von 2,0 Prozent. Auch die auf 2,55 Billionen Euro angelegten Anleihenkäufe sollen vorerst weitergehen, um Konjunktur und Inflation anzuschieben.

Quelle: n-tv.de