Wirtschaft

Belastungen beinahe abgehakt Eon denkt bereits an die Nach-Corona-Zeit

Das Logo des Energiekonzerns Eon an der Konzernzentrale. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild

Eon musste im zweiten Quartal wegen geringerer Nachfrage bereits gekauften Strom wieder loswerden.

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild)

Bei Eon steigt die Zuversicht. Die Kosten durch die Corona-Krise sind weitgehend verbucht und werden sich wahrscheinlich nicht auf die mittelfristigen Ziele auswirken. Das dürfte vor allem die Anleger freuen.

Der Energieversorger Eon kassiert nach Corona-bedingten Einbußen im zweiten Quartal seine Erwartungen an das laufende Jahr. Aktuell beziffert der Energieversorger die erwarteten Belastungen aus der Pandemie mit 300 Millionen Euro. Die gute Nachrichte indes: "Wir sehen jetzt deutlich klarer als nach dem ersten Quartal und können mit mehr Zuversicht auf die zweite Hälfte des laufenden Jahres blicken", sagte Vorstandschef Johannes Teyssen. Der Großteil der Covid-19-Effekte sollte inzwischen bilanziell verarbeitet - vorausgesetzt ein erneuter Lockdown werde vermieden.

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Für das Gesamtjahr  erwarten die Essener nun ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebit) zwischen 3,6 Milliarden und 3,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss soll sich auf 1,5 Milliarden bis 1,7 Milliarden Euro belaufen. Zu den Corona-Effekten zählt vor allem ein geringerer Stromabsatz, denn im Frühjahr waren Fabriken geschlossen und vielfach die Produktion gedrosselt. So musste bereits beschaffter Strom im zweiten Quartal wieder verkauft werden. Zudem legte der Konzern Geld für mögliche Zahlungsausfälle von Kunden beiseite.

Im ersten Halbjahr sank das bereinigte Ebit - auf Pro-forma-Basis unter Einbeziehung der Zahlen der übernommenen früheren RWE-Tochter Innogy - um etwa sieben Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss schrumpfte auf 933 Millionen Euro. Eon rechnet damit, die Corona-belastungen bis 2024 aufgeholt zu haben. Deswegen blieben die Mittelfristziele ebenso bestehen, wie die geplante jährliche Dividendensteigerung um fünf Prozent, versicherte Teyssen

Bei Eon kommen nach dem Abschluss der Innogy-Übernahme Anfang Juni rund 80 Prozent der Erträge aus regulierten oder quasi-regulierten Aktivitäten und sind damit abgesichert. Im Zuge der Integration der Innogy-Geschäfte sollen 5000 Stellen wegfallen und Synergien von rund 740 Millionen Euro bis 2022 realisiert werden. 1000 Mitarbeiter hätten die Abfindungsangebote bereits angenommen, so Teyssen.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ/dpa