Wirtschaft

Dividende steigtEon steckt mehr Geld in den Netzausbau - Politik soll besser regeln

25.02.2026, 15:53 Uhr
00:00 / 03:55
Netzausbau-und-Energiewende-der-Transport-von-Windenergie-vom-Norden-in-den-Sueden-der-Bundesrepublik-krankt-immer-noch-am-schleppenden-Ausbau-des-Stromnetzes-Symbolfoto
48 Milliarden Euro bis Ende des Jahrzehnts in seine Netz und deren Ausbau investieren. (Foto: picture alliance / Countrypixel)

Die weltweiten Wetten auf KI sorgen für Nachfrage nach leistungsfähigen Stromnetzen. Der Betreiber Eon fährt deswegen seine Investitionen hoch - und sieht sich dennoch durch die Politik gebremst. Die Geschäftsprognose für das laufende Jahr ist dagegen eher konservativ.

Der Energiekonzern Eon fährt seine Investitionen angesichts des steigenden Strombedarfs durch Künstliche Intelligenz (KI) und die Energiewende deutlich nach oben. Der größte europäische Betreiber von Energienetzen will bis 2030 insgesamt 48 Milliarden Euro ausgeben, wie der Dax-Konzern mitteilte. Das sind fünf Milliarden Euro mehr als bislang geplant. Von der Gesamtsumme würden 40 Milliarden auf das Netzgeschäft entfallen, sagte Vorstandschef Leonhard Birnbaum. "Wir machen Tempo beim Ausbau der Netze, der konsequenten Digitalisierung des Energiesystems und mit neuen Lösungen für unsere Kundinnen und Kunden", betonte Birnbaum.

Birnbaum machte deutlich, dass es die Investitionen nicht zum Nulltarif geben werde. Der Eon-Chef kritisiert seit längerer Zeit die von der Bundesnetzagentur festgelegten Renditen als zu niedrig. "Investitionen in dieser Größenordnung setzen zwingend voraus, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen stimmen - auch für die kommende Regulierungsperiode in Deutschland." Diese beginnt 2029. "Unsere Investitionen müssen sich rentieren." Nach den Worten von Finanzchefin Nadia Jakobi könnte der Konzern theoretisch sogar fünf bis zehn Milliarden Euro mehr investieren. Dafür fehle es aber zum aktuellen Zeitpunkt noch an Klarheit über die Rahmenbedingungen der Bundesnetzagentur.

Birnbaum sprach sich zudem gegen einen ungesteuerten weiteren Hochlauf anzuschließender Anlagen aus. Es dürften nur so viele neue Erneuerbare Anlagen angeschlossen werden wie benötigt. Die Genehmigungsverfahren für den Netzausbau müssten deutlich beschleunigt werden - einschließlich eines verkürzten Rechtswegs. Versorger profitieren derzeit an der Börse von der Wette darauf, dass der KI-Boom massive Investitionen in die Infrastruktur erfordert. Die Eon-Aktie hat seit Jahresbeginn bereits mehr als 16 Prozent zugelegt. Im Tagesverlauf stieg sie zeitweise auf den höchsten Stand seit Mai 2011.

Im vergangenen Geschäftsjahr profitierte Eon von Zuwächsen beim Betrieb der Stromnetze. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) kletterte um neun Prozent auf 9,8 Milliarden Euro und lag damit am oberen Ende der eigenen Prognose. Stärkster Gewinnbringer war erneut das Netzgeschäft, das einen operativen Gewinn von 6,9 Milliarden Euro einfuhr. Im Stromvertrieb musste Eon hingegen Einbußen hinnehmen. Grund hierfür sei unter anderem ein höherer Anteil von Kunden mit Festpreisverträgen in Großbritannien gewesen.

Der Konzern erwartet im laufenden Jahr ein bereinigtes Ebitda von 9,4 bis 9,6 Milliarden Euro. Eon habe das Ergebnis für 2026 erstmals um temporäre regulatorische Effekte im Netzgeschäft angepasst. Im Vergleich zu einem ebenfalls angepassten Vorjahresniveau wäre der Ausblick stabil, erklärte der Versorger. Die Aktionäre sollen für 2025 eine Dividende von 57 Cent je Aktie erhalten - nach zuletzt 55 Cent.

Quelle: ntv.de, jwu/rts

QuartalszahlenEonStromnetzeEnergiewirtschaftDividendeEnergieversorgung