Wirtschaft

Knapp ein Jahr nach Baubeginn Erste Teslas rollen aus chinesischem Werk

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Der US-amerikanische Elektroautobauer Tesla lieferte die ersten in China gefertigten Fahrzeuge an seine Mitarbeiter.

(Foto: REUTERS)

Im Januar 2019 startet der US-Elektroautobauer Tesla den Bau seines Werks in Shanghai. Er will so seine Position in China festigen. Nicht einmal ein Jahr später kann Tesla die ersten Fahrzeuge an seine Mitarbeiter ausliefern - und setzt damit die Messlatte für Brandenburg extrem hoch.

Weniger als ein Jahr nach Baubeginn hat der US-Konzern Tesla die ersten Autos aus seinem neuen Werk in Shanghai ausgeliefert. Bei einer Zeremonie wurden 15 vor Ort hergestellte E-Autos vom Typ Model 3 an Mitarbeiter von Tesla übergeben. Ein Angestellter nutzte die Gelegenheit und machte seiner Frau noch vor Ort einen Heiratsantrag - mit Rosenblättern im Kofferraum eines Teslas.

Nach Baubeginn im Januar war die neue "Gigafactory" in Rekordzeit hochgezogen worden. Die Produktion in China ermöglicht es Tesla, seine Autos ohne hohe Einfuhrzölle deutlich billiger auf den größten Automarkt der Welt zu bringen. Das Werk in Shanghai soll am Ende eine Kapazität von jährlich 500.000 Autos haben, auch wenn anfänglich deutlich weniger produziert werden dürfte.

China verfolgt einen massiven Ausbau der Elektromobilität und ist schon heute der weltweit größte Markt für Elektrofahrzeuge. 2018 wurden in der Volksrepublik erstmals eine Million Fahrzeuge verkauft, die nicht durch fossile Energieträger angetrieben werden. Zuletzt entwickelte sich der Markt wegen der schwächelnden Wirtschaft aber schleppend.

Besonderer Kaufanreiz ist die bevorzugte Zulassung von E-Autos in großen Städten. Nummernschilder für Benziner werden derweil verlost oder müssen teuer ersteigert werden. Die Käufer müssen oft jahrelang warten, während Elektrofahrzeuge eher zugelassen werden. Auch gibt es in Städten wie Peking ein Fahrverbot jeweils an einem Tag der Woche, das für E-Autos nicht gilt. Tesla profitiert beim Verkauf des Model 3 in China zudem künftig von einer Befreiung von der Kaufsteuer in Höhe von zehn Prozent.

Tesla plant derzeit auch den Bau einer "Gigafactory" in Deutschland. Im brandenburgischen Grünheide bei Berlin soll von 2021 an das Kompakt-SUV Model Y herstellt werden. Der Baubeginn für die Fabrik auf einer 300 Hektar großen Fläche soll im ersten Halbjahr 2020 sein. Tesla hat nun in China bewiesen, dass das Unternehmen derart ambitionierte Zeitpläne einhalten kann. Ob aber auch die deutsche Bürokratie für solche Sprints zu haben ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Für den US-Elektroautobauer wäre Brandenburg die vierte derartige Fertigungsstätte nach den Werken in Nevada, New York und Shanghai.

Quelle: ntv.de, lwe/dpa