Wirtschaft

Betreiber sehen Politik am Zug Erster Windstromspeicher vor Großfertigung

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Energie aus Windparks soll künftig an Land gespeichert werden können.

imago/Jochen Tack

Wohin mit überschüssiger Energie aus Windparkanlagen? Zwei Netzbetreiber haben eine technische Lösung und wollen diese in Norddeutschland realisieren. Doch ausgerechnet die Rückwandlung in Energie ist ein Problem - allerdings nur für die Behörden.

Der Stromnetzbetreiber Amprion und der Gasnetzbetreiber Open Grid Europe wollen in Norddeutschland den ersten Speicher für Windstrom im industriellen Maßstab bauen. Sie stehen bereit, im Kreis Emsland eine Anlage in der 100-Megawatt-Klasse zu errichten. "Wir sind mit der Planung so weit, dass wir in die Genehmigungsphase eintreten können", sagte Thomas Hüwener, Mitglied der Geschäftsführung von Open Grid, in Berlin.

Bisher fehlen für das Gelingen der Energiewende Stromspeicher, die überschüssigen Strom aus Windparks speichern können. Dies sollen in Zukunft sogenannte Power-to-Gas-Anlagen leisten. Per Elektrolyse wird aus dem Strom Wasserstoff erzeugt, der bei Bedarf in Gaskraftwerken zur Energieerzeugung verbrannt werden kann. Die Kosten für das Projekt schätzen die Partner auf 150 Millionen Euro. Bisher gibt es hierzulande einige Pilotanlagen, die sogenanntes grünes Gas gewinnen können. Noch ist das Verfahren aber viel zu teuer und unwirtschaftlich.

Die beiden Unternehmen wollen aber erst starten, wenn ihnen die Bundesregierung entgegenkommt. "Hier ist nun die Politik am Zug. Wenn die Weichen jetzt gestellt werden, kann die Anlage 2023 bereits in Betrieb gehen", sagte Amprions technischer Geschäftsführer Klaus Kleinekorte.

Die für Strom und Gas zuständige Bundesnetzagentur hat bisher allerdings Bedenken. Die Behörde stört sich daran, dass zwei Netzbetreiber durch die Power-to-Gas-Anlage möglicherweise zu Stromproduzenten würden, was ihnen nicht erlaubt ist.

Quelle: n-tv.de, jwu/DJ

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