Wirtschaft

Streit um Yuan-Abwertung Esper setzt Chinesen mit Räubern gleich

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Mark Esper machte sich auf seiner ersten Auslandsreise Luft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Abwertung des Yuan versetzt die USA derzeit in Rage. Auch den frisch berufenen Verteidigungsminister Esper lässt das Thema auf seiner ersten Auslandsreise in Japan nicht los. Für die Regierung in Peking hält er herbe Kritik bereit.

Im eskalierenden Handelskrieg zwischen den USA und China hat US-Verteidigungsminister Mark Esper Peking eine "räuberische" Wirtschaftspolitik vorgeworfen. China verstoße damit gegen die internationale regelbasierte Ordnung, "die wir aufrechtzuerhalten versuchen", sagte Esper laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe in Tokio.

US-Dollar / Yuan
US-Dollar / Yuan ,14

Esper warf China zudem "militärische Aggression" vor. "China destabilisiert weiterhin die Region", sagte Esper laut Kyodo bei seiner ersten Auslandsreise als neuer US-Verteidigungsminister. Zuvor hatte Washington Peking der Währungsmanipulation bezichtigt.

Der chinesische Yuan war zu Wochenbeginn auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahrzehnt gesunken: Er überschritt am Montag die symbolische Marke von sieben Yuan pro Dollar (das bedeutet in etwa 14 Cent für einen Yuan). US-Präsident Donald Trump beschuldigte China daraufhin auf Twitter, seine Währung künstlich abzuwerten, um den USA ihre "Unternehmen und Fabriken zu stehlen". Der Yuan wird von der chinesischen Zentralbank reguliert, die jeden Tag einen neuen Wechselkurs festlegt.

Trump warf China immer wieder vor, seine Währung künstlich abzuwerten, um die eigene Wirtschaft zu stärken - ein schwächerer Yuan begünstigt chinesische Exporte. Die US-Regierung hatte Peking aber bislang nicht formell der Währungsmanipulation beschuldigt. Das änderte sich nun am Montag.

Missmut auch über Nordkorea

Peking wies den Vorwurf am Dienstag "entschieden" zurück. Die US-Seite ignoriere die Fakten und hefte der Volksrepublik in "unangemessener Weise" das Etikett eines Währungsmanipulators an, erklärte die Zentralbank. Der Kurs des Yuan zum Dollar legte am Dienstag leicht zu, lag aber weiterhin über der symbolischen Marke von sieben Yuan pro Dollar.

Die Verschärfung des Handelsstreits führte in dieser Woche zu den größten Kursverlusten an der Wall Street in diesem Jahr. Am Dienstag gab es Abschläge auch an den asiatischen Börsen sowie beim Dax in Frankfurt am Main.

Bei seinem Besuch in Japan sprach Esper auch das Thema Nordkorea an. Die USA seien weiterhin einer vollständigen, unumkehrbaren und nachprüfbaren Denuklearisierung Nordkoreas verpflichtet. Der Pentagon-Chef dankte Japan, zur Umsetzung von UN-Sanktionen gegen Nordkorea beizutragen. Japan ist ein wichtiger Verbündeter Washingtons in der Asien-Pazifik-Region.

Am Vortag hatte Nordkorea Raketen getestet und zwei Geschosse ins Japanische Meer abgefeuert. Es war der vierte Raketenstart in den vergangenen knapp zwei Wochen. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atombomben getestet hat - die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite.

Quelle: n-tv.de, fzö/dpa/AFP

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