Wirtschaft

Familie bestätigt Suizid Ex-Zurich-CEO Senn tötet sich

Die Zurich Insurance Group wird erneut vom Suizid eines Spitzenmanagers erschüttert: Der Ex-Chef des Versicherers, Martin Senn, nimmt sich selbst das Leben. Zurich war bereits 2013 wegen eines ähnlichen Vorfalls in den Schlagzeilen geraten.

Die Zurich Insurance Group hat den Selbstmord ihres früheren Konzernchefs bestätigt. "Die Familie von Martin Senn hat uns darüber informiert, dass Martin am letzten Freitag freiwillig aus dem Leben geschieden ist", teilte das Unternehmen mit. Aus Respekt vor Senn und Rücksicht auf die Familie will sich Zurich nicht weiter zu der Sache äußern.

746c601b7418c4acea66456fc6e0b9d2.jpg

Der 59-jährige Senn war mit einer koreanischen Geigerin verheiratet. Er hinterlässt zwei erwachsene Kinder.

(Foto: REUTERS)

"Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Martin Senn hat uns fassungslos gemacht und tief erschüttert", hieß es weiter. "Mit Martin verlieren wir nicht nur einen verdienstvollen ehemaligen CEO und wertvollen früheren Arbeitskollegen, sondern auch einen herzensguten Freund."

Zurich hatte die Anleger im vergangenen Jahr mit mehreren Gewinnwarnungen vergrault. Wegen hoher Schadenzahlungen, Altlasten im Kerngeschäft Schadenversicherung und Restrukturierungskosten brach der Überschuss um mehr als die Hälfte ein. Der Konzern kippte sein Rentabilitätsziel und verschärfte den Sparkurs - massiver Stellenabbau inklusive. 8000 der konzernweit 55.000 Stellen fielen weg. Im Dezember hatte Senn nach sechs Jahren an der Spitze des Unternehmens seinen Rücktritt erklärt.

Im Jahr 2013 hatte Zurich-Finanzchef Pierre Wauthier Selbstmord begangen. Seinerzeit hatte Senn die Arbeit Wauthiers gewürdigt. Er sei eine hoch geschätzte Persönlichkeit gewesen. Probleme habe er bei dem Manager auch bei einer gemeinsamen Dienstreise kurz vor dessen Selbsttötung nicht erkannt.

Damals war von einem "schwierigen Klima in der Firma" die Rede. Kurz zuvor hatte Josef Ackermann als Chef des Verwaltungsrates das Handtuch geworfen. Eine von Zurich durchgeführte Untersuchung kam damals zu dem Schluss, dass Wauthier nicht übermäßig unter Druck gesetzt wurde.

Quelle: ntv.de, ppo/dpa/rts