Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft stottert Export sinkt erstmals seit Corona-Einbruch 2020

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Staus an Häfen und fehlende Containerkapazitäten behindern die Ausfuhren aus Deutschland.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die deutsche Industrie muss sich wohl auf einen schwierigen Herbst einstellen. Die Unternehmen sitzen zwar auf gut gefüllten Auftragsbüchern, ihnen fehlt aber zum Teil das Material. Der Export sinkt deshalb zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren. Betroffen sind unter anderem Autoindustrie und Maschinenbau.

Der deutsche Export hat im August an Schwung verloren. Die Ausfuhren sanken gegenüber dem Vormonat kalender- und saisonbereinigt um 1,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte - erstmals seit April 2020. Den Unternehmen machen Lieferengpässe und Materialmangel zu schaffen. Nach Einschätzung des Industrieverbandes BDI muss sich die deutsche Wirtschaft auf einen schwierigen Herbst einstellen.

"Probleme in globalen Lieferketten, hohe Logistikkosten und ungeklärte Handelsstreitigkeiten verdunkeln den Konjunkturhimmel und haben in der Folge massive Auswirkungen auf die Exporte", sagte Joachim Lang, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Insgesamt gingen im August des laufenden Jahres Waren im Wert von 104,4 Milliarden Euro ins Ausland. Gegenüber dem von der Corona-Krise geprägten August 2020 war dies allerdings ein Anstieg um 14,4 Prozent.

Die Exporte waren zuletzt im April 2020 im Vormonatsvergleich gesunken - damals waren die Ausfuhren inmitten der ersten Corona-Welle um 23,6 Prozent eingebrochen. Danach waren sie wieder stetig angestiegen.

Unternehmen in Deutschland sitzen zwar auf gut gefüllten Auftragsbüchern, können diese aber wegen Materialmangels teilweise nicht abarbeiten. Betroffen davon sind unter anderem der Maschinenbau und die Autoproduktion. Bei Autokonzernen stehen immer wieder die Bänder still. Staus an Häfen und fehlende Containerkapazitäten behindern die Exporte zudem.

In den ersten acht Monaten des Jahres legten die Warenausfuhren um 15,9 Prozent auf 892,7 Milliarden Euro zu. Umgekehrt kamen in dem Zeitraum Importe von 767,6 Milliarden Euro nach Deutschland, ein Plus von 15,9 Prozent.

Quelle: ntv.de, chl/dpa/AFP

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