Wirtschaft

Weniger Waren aus Deutschland Exporte nach Großbritannien brechen ein

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Die britischen Exporte in die EU erleiden im Januar einen historischen Einbruch.

(Foto: REUTERS)

Seit Januar gilt das Brexit-Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU. Es hat schon jetzt massive Auswirkungen auf den Warenaustausch. Die deutschen Exporte auf die Insel sinken um fast ein Drittel, umgekehrt fällt der Rückgang der britischen Exporte in die EU noch deutlicher aus.

Die deutschen Exporte nach Großbritannien sind im Januar nach Inkrafttreten des Brexit-Handelsabkommens um 29 Prozent zum Vorjahresmonat auf 4,3 Milliarden Euro eingebrochen, wie das Statistikamt in London mitteilte. In der Statistik sind alle Waren berücksichtigt, mit Ausnahme einiger Edelmetalle. Auch die Importe aus dem Vereinigten Königreich nahmen zugleich um 56,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro ab. Das Statistikamt wies darauf hin, dass der Handel nicht nur vom Brexit und neuen Zollregelungen belastet wurde, sondern auch von den Folgen der Corona-Pandemie.

Großbritannien ist 2020 aus der EU ausgetreten. Seit Anfang 2021 gilt vorläufig das erst an Weihnachten ausgehandelte Handels- und Kooperationsabkommen, das für Unternehmen viele Änderungen bringt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass allein deutsche Unternehmen künftig rund zehn Millionen Zollanmeldungen pro Jahr einreichen müssen. Das dürfte etwa 400 Millionen Euro kosten.

Auch die britischen Exporte in die EU sind nach Inkrafttreten des Brexit-Handelsabkommens eingebrochen. Im Januar fielen sie um 40,7 Prozent, so das Statistische Bundesamt. Der Einbruch sei gemessen an Preisen und Umfang "der größte Rückgang in einem Monat seit Beginn der Aufzeichnungen im Januar 1997", erklärte die Behörde. Die Importe aus der EU fielen ebenfalls kräftig, und zwar um 28,8 Prozent. Experten gehen aber nicht davon aus, dass in den nächsten Monaten ähnlich starke Rückgänge zu verzeichnen sein werden. Allerdings stellen viele Unternehmen wegen des britischen EU-Austritts ihre Lieferketten um. Das wird den Handel mit der Insel weiter bremsen.

Den Statistikern zufolge schrumpfte zudem die britische Wirtschaft im ersten Monat des neuen Jahres um 2,9 Prozent, nachdem sie im Dezember noch um 1,2 Prozent zugelegt hatte. Grund für den Einbruch des Bruttoinlandsprodukts war demnach der erneute Lockdown im Land, mit dem Großbritannien vor allem die deutlich ansteckendere Virus-Mutante einzudämmen versuchte. Die britische Wirtschaft lag außerdem zuletzt neun Prozent unter dem Niveau von Februar 2020, bevor die Corona-Pandemie ausbrach.

Quelle: ntv.de, jhe/rts/AFP

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