Wirtschaft

Neue Chefin soll SPD locken FDP und Grüne planen wohl Zerschlagung der Bahn

Wie kann es mehr Wettbewerb auf der Schiene geben? Nach Ansicht von FDP und Grünen braucht es dazu eine Neuorganisation der Deutschen Bahn. Im Kern geht es einem Bericht zufolge um die Trennung von Netz und Betrieb. Der zaudernden SPD soll der Plan mit einer Personalie schmackhaft gemacht werden.

Auf die Deutsche Bahn kommt nach dem Willen von FDP und Grünen eine grundlegende Neustrukturierung zu. Wie der "Spiegel" berichtet, planen beide Parteien die Zerschlagung des Staatskonzerns. Darüber sei in den Gesprächen mit der SPD zur Bildung einer gemeinsamen Koalition verhandelt worden. Die Sozialdemokraten stünden dem Vorhaben ablehnend gegenüber.

Konkret geht es dem Bericht zufolge um zwei Modelle: So soll entweder der Bereich DB Netze mit der Schieneninfrastruktur, den Bahnhöfen sowie der Energieversorgung vom Zugbetrieb getrennt werden. Der Infrastrukturbereich soll dann eine gemeinwohlorientierte, öffentliche Gesellschaft werden. Dem Konzern blieben hierbei der Regio-, Fern- und Güterverkehr. In einer zweiten Variante wird die Bildung einer Holding diskutiert, unter der der Netzbetrieb und Zugbetrieb organisiert wären. Dabei bliebe der Konzern als Ganzes erhalten.

FDP und Grüne wollen die SPD angeblich damit locken, die Konzernspitze im Sinne der Sozialdemokraten um Olaf Scholz neu zu besetzen. Neue-Bahnchefin soll dann die frühere Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe, Sigrid Nikutta, werden. Sie ist derzeit zuständige Vorständin für den Güterverkehr. Vor allem die FDP dringt auf mehr Wettbewerb auf der Schiene.

Die Deutsche Bahn leidet massiv unter der Corona-Krise. Mit den massiven Einschränkungen im Kampf gegen die Pandemie war das Fahrgastaufkommen eingebrochen und hatte dem Konzern ein Milliardenminus eingebrockt. Allein in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres belief sich der Fehlbetrag auf 1,4 Milliarden Euro. Zudem sitzt das Unternehmen auf einem gigantischen Schuldenberg. Zum Fahrplanwechsel am 12. Dezember hat das Unternehmen Preiserhöhungen von durchschnittlich 1,9 Prozent angekündigt.

Quelle: ntv.de, jwu

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