Wirtschaft

Saubere Historie für Nutzer Facebook entwickelt neue Löschfunktion

Facebook verspricht seinen Nutzern nach dem jüngsten Datenmissbrauch eine neue Löschfunktion für einige Nutzerdaten. Als Vorbild nennt Facebook-Chef Zuckerberg Internetbrowser. Er warnt aber auch vor sinkendem Komfort.

Facebook will Nutzern eine einfachere Möglichkeit geben, einige gesammelte Informationen wie die Liste besuchter Websites oder angeklickter Links zu löschen. Außerdem könnten die Nutzer künftig auch verhindern, dass Daten über ihre Interaktionen mit anderen Websites und Apps überhaupt gespeichert werden, kündigte Gründer und Chef Mark Zuckerberg an.

Er verglich die Funktion "Clear History" mit dem Entfernen ähnlicher Informationen in Webbrowsern. Genauso könne ein solcher Schritt auch die Nutzung von Facebook weniger komfortabel machen, betonte er. "Ihr Facebook wird nicht ganz so gut sein, während das System neu lernt."

Neue Dating-Funktion

Außerdem will Facebook das Geschäft der Flirt-Apps mit einer eigenen Funktion zur Partnersuche aufmischen. Der Datenschutz sei dabei besonders beachtet worden, versicherte Zuckerberg. Für die Partnersuche wird es ein getrenntes Profil gegeben. Facebook wolle darauf aufbauen, dass sich bereits viele Paare bei dem Online-Netzwerk kennengelernt hätten, sagte Zuckerberg. Die Aktie der Match Group, der Mutterfirma der Flirt-App Tinder, verlor nach der Ankündigung binnen weniger Minuten ein Fünftel ihres Werts - obwohl die Facebook-Funktion erst in einigen Monaten fertig sein soll.

Als weitere Neuerung bekommt die Foto-App Instagram eine Videochat-Funktion und der Kurzmitteilungsdienst Facebook Messenger einen eingebauten Übersetzer. Außerdem gab Zuckerberg den Startschuss für den Verkauf der neuen VR-Brille Oculus Go, die zum Preis von 219 Euro ohne Kabel oder Anschluss an einen Computer auskommen sollen.

Zuckerberg mit Selbstironie

Eine zentrale Rolle bei Zuckerbergs Auftritt spielte der Datenskandal um die Analysefirma Cambridge Analytica. Zuckerberg wiederholte, dass dies "ein massiver Vertrauensbruch" gewesen sei. "Wir müssen dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholen kann." Zugleich bekräftigte der Facebook-Chef, dass das Unternehmen wegen des Skandals und der Kritik nicht stehenbleiben werde. "Es ist wichtig, hart zu arbeiten, um die Welt zusammenzubringen. Wir werden weiterbauen." Deshalb sei jetzt ein wichtiger Moment.

Zuckerberg wirkte auf der Bühne sicherer und lockerer als in den vergangenen Jahren - und griff auch zur Selbstironie. Eine Funktion zum gemeinsamen Ansehen von Videos demonstrierte er anhand seiner zehnstündigen Fragerunde vor US-Abgeordneten und Senatoren. "Nehmen wir mal an, einer Ihrer Freunde muss im US-Kongress aussagen", sagte Zuckerberg. "Man kann seine Freunde versammeln und gemeinsam lachen, gemeinsam weinen", setzte er zu Gelächter im Saal fort. "Lasst uns das nicht so bald wiederholen", schloss er nach einer Pause ab.

Facebook steht seit dem Skandal unter massivem Druck, den Datenschutz zu verbessern. Das Online-Netzwerk schränkte bereits unter anderem den Zugang von Softwareentwicklern zu Nutzerdaten ein. Facebook wisse zwar, dass die absolute Mehrzahl von ihnen gute Dinge entwickeln wolle, sagte Zuckerberg an die Adresse der Entwickler. Aber auch wenn die Einschränkungen ihnen das Leben schwieriger machen könnten, werde dies auf lange Sicht auch ihrem Geschäft gut tun.

Quelle: n-tv.de, uzh/dpa

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