Wirtschaft

Falsche Angaben zu Datenschutz Facebook soll Millionenstrafe an EU zahlen

0bf31507d9a66488236e39b104e821ed.jpg

Im vergangenen Jahr kündigt Facebook an, die Facebook- und Whatsapp-Konten zu verknüpfen.

(Foto: imago/ZUMA Press)

Anders als vor der Übernahme von Whatsapp versprochen, verbindet Facebook die Nutzerdaten des Messengerdienstes mit den eigenen Profilen. Die EU-Kommission sieht sich getäuscht und statuiert ein Exempel.

Die EU-Kommission hat gegen Facebook 110 Millionen Euro Strafe verhängt, weil das US-Unternehmen bei der Übernahme von WhatsApp irreführende Angaben gemacht haben soll. Dies teilte die Behörde in Brüssel mit.

Facebook
Facebook 178,28

Die Höhe der Geldbuße begründete Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager mit der abschreckenden Wirkung für falsche Angaben bei Verfahren zur Fusionskontrolle. Sie sprach von einem "klaren Signal an Unternehmen", dass sie die Regeln der EU bei Übernahmen einhalten müssten. Dazu gehöre auch, "korrekte Informationen zu liefern".

Facebook hatte nach Angaben der Kommission bei der Anmeldung der Übernahme des Messenger-Dienstes 2014 erklärt, dass es nicht zuverlässig möglich sein werde, einen automatischen Datenabgleich zwischen den Benutzerkonten beider Dienste einzurichten. Im August 2016 hatte Facebook jedoch angekündigt, künftig die Telefonnummern von WhatsApp-Nutzern mit Facebook-Profilen zu verknüpfen. Die Brüsseler Behörde sieht sich deshalb getäuscht.

Facebook betonte aber: "Wir haben seit den allerersten Kontakten zur Kommission nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt und versucht, zu jeder Zeit korrekte Informationen zu liefern." Die Fehler in den Papieren von 2014 seien keine Absicht gewesen, versicherte ein Sprecher. Zudem habe die Kommission bestätigt, dass sie für das Ergebnis des Genehmigungsverfahrens nicht entscheidend gewesen seien.

Tatsächlich erklärte Vestagers Behörde, Facebooks unrichtige  Angaben seien zwar relevant, aber nicht ausschlaggebend gewesen. Die Kommission habe schon damals auch das hypothetische Szenario durchgespielt, dass ein Nutzerabgleich möglich wäre. Der jetzige Beschluss habe deshalb keine Auswirkungen auf die 2014 erteilte Genehmigung.

Quelle: n-tv.de, mbo/dpa/AFP

Mehr zum Thema