Wirtschaft

Ausblick dennoch verhalten Facebook trumpft in der Krise auf

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3,3 Milliarden Menschen nutzen Apps, die zu Facebook gehören.

(Foto: imago images/Chris Emil Janßen)

Facebook ist in der Corona-Krise beliebter als je zuvor. Nicht nur bei Nutzern, sondern auch bei Werbetreibenden. Im abgelaufenen Quartal steigert der Konzern seinen Gewinn um mehr als 50 Prozent.

Facebook spielt in der Corona-Krise seine Stärken aus. Angesichts geschlossener Läden brachten noch mehr Unternehmen ihre Werbung ins Netz. Der Umsatz kletterte im vierten Quartal um 33 Prozent auf knapp 28,1 Milliarden Dollar, wie das weltgrößte Online-Netzwerk nach US-Börsenschluss mitteilte. Dies ist deutlich mehr als von Analysten erwartet. Rund 97 Prozent des Umsatzes von Facebook entfallen auf das Anzeigengeschäft.

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Der Gewinn kletterte sogar um 53 Prozent auf 11,22 Milliarden Dollar. Die Quartalszahlen spiegeln dabei auch den Erfolg der neuen Fokussierung auf den Onlinehandel wider. Mit Angeboten wie Instagram Shopping oder Facebook Marketplace will der von Mark Zuckerberg 2004 gegründete US-Konzern davon profitieren, dass in der Krise immer mehr Menschen online einkaufen. Zudem kamen kürzlich Kaufmöglichkeiten innerhalb von Apps hinzu. "Diese Investition in den E-Commerce scheint sich genau in dem Moment auszuzahlen, in dem herkömmliche Geschäfte mehr Online-Aktivitäten anstreben", schreiben die Analysten der Bank of America.

Inzwischen zählt das Netzwerk, zu dem neben der gleichnamigen Plattform auch der Messenger Whatsapp und die Foto-Plattform Instagram gehören, monatlich 2,8 Milliarden aktive Nutzer. Damit ist mehr als jeder dritte Bewohner der Welt bei dem US-Konzern angemeldet. Für das laufende Jahr kündigte Zuckerberg neue Produkte an, durch die "ökonomische Chancen" entstünden.

Facebook sprach dennoch von "bedeutenden Unwägbarkeiten" in der Zukunft. In der Pandemie habe man vom allgemeinen Schub des Online-Geschäfts profitiert. Sollte sich dieser Trend jedoch umkehren, werde das auch das Wachstum von Facebooks Werbeerlösen bremsen. Zudem warnte das Online-Netzwerk bereits, dass es angesichts des rasanten Wachstums in der zweiten Jahreshälfte 2020 im laufenden Jahr absehbar geringere Zuwächse geben werde. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei die Situation rund um die Datenübermittlung aus der Europäischen Union. Der Europäische Gerichtshof hatte im vergangenen Sommer auch die neue Datenschutzvereinbarung "Privacy Shield" gekippt.

Quelle: ntv.de, ino/rts