Wirtschaft
Für den Hauptstadtflughafen wurden bislang 4,7 Milliarden Euro in den märkischen Sand gesetzt. Bis zu seiner Fertigstellung sind voraussichtlich noch einmal fast 2 Milliarden nötig - so viel sollte er eigentlich bei der ersten Planung 2006 kosten.
Für den Hauptstadtflughafen wurden bislang 4,7 Milliarden Euro in den märkischen Sand gesetzt. Bis zu seiner Fertigstellung sind voraussichtlich noch einmal fast 2 Milliarden nötig - so viel sollte er eigentlich bei der ersten Planung 2006 kosten.(Foto: dpa)
Donnerstag, 26. Mai 2016

Müller: Es wird immer schwieriger: Fahrplan zur BER-Fertigstellung gefährdet

Berlins Regierender Bürgermeister Müller ist "skeptisch" bezüglich der Eröffnung des BER noch 2017. Zwar sei der Termin weiterhin möglich, "aber es wird von Tag zu Tag schwieriger". Jetzt müsse eine Teilbaugenehmigung auch noch schrittweise erteilt werden.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat Medienberichte über eine drohende Verzögerung der für 2017 geplanten Eröffnung des Flughafenneubaus BER bestätigt. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" über anhaltende Probleme mit der Entrauchungsanlage auf der Chaos-Baustelle berichtet. Der Fahrplan zur Fertigstellung des BER sei durch eine ausbleibende Teilbaugenehmigung geplatzt, so die Zeitung. Demnach hätten alle Bauarbeiten bis Ende Juli beendet sein müssen, was nun aber unmöglich geworden sei.

Müller: Auch ein Eröffnungstermin 2018 ist möglich.
Müller: Auch ein Eröffnungstermin 2018 ist möglich.(Foto: dpa)

Der Umbau der Entrauchung am Übergang vom Flughafenterminal zum Tiefbahnhof kann nicht vor Erteilung der fünften Teilbaugenehmigung beginnen. Der Landrat des für die Genehmigung zuständigen Landkreises Dahme-Spreewald, Stephan Loge, sagte dem RBB, die Baubehörde könne die Genehmigung nicht wie erwartet bis Ende Juni erteilen. Er rechne deshalb mit einer weiteren Verzögerung.

Bürgermeister und BER-Aufsichtsratschef Müller kritisierte vor dem Abgeordnetenhaus die Haltung der Baubehörde und des Eisenbahnbundesamtes. Diese verlangen für die Teilbaugenehmigung auch eine Simulation für den Höchstbetrieb vorzulegen, bei dem während eines Brandfalls mehrere Züge gleichzeitig ein- und ausfahren.

Die für den BER zuständige Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) dagegen will zunächst eine Genehmigung für den Normalbetrieb erwirken, weil der Tiefbahnhof erst nach Fertigstellung einer weiteren geplanten Bahnlinie gleichzeitig für mehrere Züge gleichzeitig genutzt wird. Müller sagte, eine Einhaltung des Zeitplanes hänge von der Bereitschaft der Behörden ab, die Teilgenehmigung schrittweise zu erteilen.

BER-Sprecher bleibt optimistisch

"Es wird von Tag zu Tag schwieriger", sagte der SPD-Politiker. Eine Eröffnung 2017 sei dennoch nicht unmöglich. Es mache weiterhin Sinn, den Druck auf die Bauarbeiten aufrechtzuerhalten. Er bestritt, dass der von ihm geführte Aufsichtsrat mit Blick auf die Neuwahl des Abgeordnetenhauses am 18. September die Festlegung eines Eröffnungstermins vermeide.

Flughafensprecher Lars Wagner sagte, es gebe keine neue Entwicklung auf der Baustelle. "Wir halten am Fahrplan zur Eröffnung in 2017 fest." Die von der Entrauchungsanlage unabhängigen Bauarbeiten würden fortgesetzt und bis Juli und August beendet. "Dass die Bauarbeiten am Übergang zum Tiefbahnhof von der Erteilung des 5. Teilbaugenehmigung abhängen, ist nicht neu", sagte Wagner weiter.

Der Hauptstadtflughafen sollte eigentlich 2011 eröffnen. Vier Eröffnungstermine wurden schließlich abgesagt, weil Planungsfehler und Baumängel abgearbeitet werden mussten. Der BER wird nach letztem Stand voraussichtlich 6,5 Milliarden Euro kosten.

Quelle: n-tv.de