Wirtschaft

Haft dauert wohl länger Fall Ghosn wird zum Politikum

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Carlos Ghosn beschäftigt die hohe Politik.

(Foto: AP)

Nach Lage der Dinge kommt der in Japan inhaftierte Automanager Ghosn nicht in Kürze frei. Indes ist der Fall des Managers auch Thema beim G20-Gipfel. Frankreichs Präsident Macron und Japans Premier Abe wollen darüber reden.

Der ehemalige Nissan-Verwaltungsratschef Carlos Ghosn muss Medienberichten zufolge im Untreueskandal bei dem Autobauer zehn Tage länger in Haft bleiben. Die japanischen Behörden müssten nun bis zum 10. Dezember Anklage erheben oder ihn freilassen, berichteten mehrere japanische Medien.

Ghosn, der Chef bei Renault ist, sitzt seit dem 19. November in Untersuchungshaft, sie sollte ursprünglich am Freitag enden. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo hatte allerdings schon berichtet, dass die Staatsanwaltschaft plane, eine Verlängerung der Haft zu beantragen. Der Fall beschäftigt auch die Politik: Bei dem anstehenden G20-Gipfel in Buenos Aires wollen sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe über die Allianz zwischen Renault und Nissan austauschen, wie aus dem Élysée-Palast verlautete.

Die Staatsanwaltschaft in Tokio wollte sich nicht zu den Berichten über eine Haftverlängerung für Ghosn äußern. Der Renault-Chef steht bei dem japanischen Autobauer unter Verdacht, jahrelang Firmengelder für private Zwecke veruntreut und seine Einkünfte um rund die Hälfte zu niedrig angegeben zu haben.

Nissan trennte sich deswegen vergangene Woche von ihm, Mitsubishi - wo Ghosn ebenfalls Vorsitzender des Verwaltungsrats war - am Montag. Renault setzte ihn wegen der noch nicht erwiesenen Anschuldigungen bislang nicht als Vorstandschef ab; der französische Autokonzern wird bis auf Weiteres operativ von Ghosns Vertreter Thierry Bolloré geführt.

Der tiefe Fall des zuvor hochgelobten Automanagers erschüttert das französisch-japanische Firmenbündnis, das Lebenswerk des 64-Jährigen. Einst bewahrte der Pakt zur gemeinsamen Entwicklung und Produktion Nissan vor der Pleite. Unter Ghosns Führung kam dann auch Mitsubishi nach einem Betrugsskandal 2016 wieder auf die Beine. Zu dritt bieten die Autobauer den weltweit führenden Herstellern Volkswagen und Toyota Paroli.

Quelle: n-tv.de, wne/rts

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