Wirtschaft

Fettes Plus nur in SachsenWeinernte fiel vergangenes Jahr geringer, aber hochwertiger aus

30.03.2026, 12:24 Uhr
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Der Anteil von Prädikatswein an der gesamten Erzeugung lag 2025 bei 29,3 Prozent, von Qualitätswein bei 66,6 Prozent. (Foto: picture alliance / Rupert Oberhäuser)

2024 war kein gutes Weinjahr, schlechtes Wetter verregnete den Winzern die Saison. 2025 hoffen sie bis in den Herbst auf eine bessere Ernte. Doch wieder macht ihnen die Witterung einen Strich durch die Rechnung.

Die deutschen Winzer haben 2025 vor allem wegen schlechten Wetters weniger Wein hergestellt. Die Wein- und Mosterzeugung sank zum Vorjahr um 2,6 Prozent auf 7,55 Millionen Hektoliter, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Gegenüber dem sechsjährigen Durchschnitt von 2019 bis 2024 betrug der Rückgang sogar zehn Prozent. Als Hauptgrund für die geringere Erntemenge nannten die Statistiker regional hohe Niederschläge im September. Diese erhöhten die Fäulnisanfälligkeit der Trauben und führten zu einer kürzeren Lese. Gut zwei Drittel der erzeugten Weine waren Weißweine.

Während die Gesamtmenge sank, stieg die Qualität des Weins deutlich. Der Anteil von Prädikatswein an der gesamten Erzeugung lag 2025 bei 29,3 (Vorjahr: 16,1) Prozent, was 2,21 Millionen Hektolitern entspricht. Der größte Teil der Ernte wurde zu Qualitätswein verarbeitet, dessen Anteil 66,6 Prozent ausmachte. Wein mit geschützter geografischer Angabe, auch Landwein genannt, kam auf einen Anteil von 2,7 Prozent.

Die Entwicklung verlief in den einzelnen Anbaugebieten sehr unterschiedlich. In den beiden größten Regionen Rheinhessen und Pfalz, die zusammen für knapp die Hälfte der deutschen Weinerzeugung stehen, sank die Produktion um 13,8 beziehungsweise 14,3 Prozent. Zuwächse verzeichnete hingegen das Anbaugebiet Mosel mit einem Plus von 12 Prozent auf 1,27 Millionen Hektoliter. Dieses Ergebnis ist den Statistikern zufolge jedoch auch durch dort ansässige Handelskellereien geprägt, die Trauben aus anderen Gebieten verarbeiten. In Baden stieg die Erzeugung um 4,5 Prozent.

Starke Zuwächse gab es in Württemberg mit plus 11 Prozent und in Franken mit 21,1 Prozent. Im Rheingau sank die Erzeugung dagegen um gut 10 Prozent, während sie an der Nahe um 2,5 Prozent zulegte. Besonders kräftig fiel der Anstieg im kleinen Anbaugebiet Sachsen aus, wo sich die Weinerzeugung mit einem Plus von rund 228 Prozent auf das Niveau von 2023 erholte. Auch an der Ahr wurde mit einem Zuwachs von gut 71 Prozent deutlich mehr Wein erzeugt, die Menge blieb jedoch unter dem sechsjährigen Durchschnitt. 

Die Zahlen für 2025 überraschen: Im Oktober, also zum Ende der Erntezeit, hatte das Statistische Bundesamt noch mit einem Plus gerechnet. Die zu diesem Zeitpunkt absehbare Erntemenge wurde mit 8,2 Millionen Hektoliter Weinmost angegeben. Dies wäre fünf Prozent mehr gewesen als noch 2024. Die Statistiker sprachen von "insgesamt besseren Bedingungen als 2024". Die Weinernte betrug da 7,9 Millionen Liter. Schlechte Wetterbedingungen wie Spätfrost und hohe Niederschlagsmengen sorgten für ein 12-Prozent-Minus im Vergleich zu 2023.

Quelle: ntv.de, mpa/rts

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