Wirtschaft

Megafusion in der Autoindustrie? Fiat Chrysler verhandelt angeblich mit PSA

RTX6XRG6.jpg

Fiat Chrysler verkaufte im vergangenen Jahr eine Million Fahrzeuge in Europa.

(Foto: REUTERS)

Die einen sind vor allem auf dem amerikanischen Automarkt präsent. Die anderen verdienen viel Geld in Europa. Zusammen könnten sie zu einem der größten Konzerne der Welt aufsteigen: Insidern zufolge denken die Verantwortlichen bei Fiat Chrysler und PSA über eine Fusion nach.

In der Autobranche könnte eine Megafusion anstehen. Fiat Chrysler verhandele mit dem Peugeot-Eigentümer PSA Group of France über einen möglichen Zusammenschluss, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine Option für eine Fusion sei ein reiner Aktientausch unter Gleichen, so ein Informant. Der Zusammenschluss des französischen Konzerns, zu dem Marken wie Citroen, DS und Opel gehören, mit dem italienisch-amerikanischen Unternehmen würde einen Autokonzern im Wert von 50 Milliarden US-Dollar schaffen.

Fiat Chrysler USD
Fiat Chrysler USD 14,84

Chef des Megakonzerns würde Peugeot-CEO Carlos Tavares werden, so eine mit den Verhandlungen vertraute Person. John Elkann, Chairman der Fiat Chrysler Automobiles NV, würde diese Position auch bei dem fusionierten Konzerns ausüben. Die Gespräche dauerten an, ergänzte ein Informant. Auch andere Optionen und Bedingungen des Deals könnten erwogen werden. Es gebe keine Garantie, dass sich beide Seiten am Ende einigten. Ein Sprecher von Fiat Chrysler lehnte eine Stellungnahme zu der Causa ab. An der Wall Street wurden die Nachrichten positiv aufgenommen - der Kurs des US-Konzerns legte um rund 7,5 Prozent zu.

Im Sommer hatte Fiat Chrysler bereits mit dem PSA-Rivalen Renault über eine Fusion verhandelt. Der Deal scheiterte aber, weil sich Fiat Chrysler nicht die komplette Unterstützung der französischen Regierung und des Partners Nissan sichern konnte. Paris hält einen erheblichen Anteil an Renault. Daraufhin hatte der Konzern sein Angebot für Renault zurückgezogen, künftige Verhandlungen aber als eine Option bezeichnet. Peugeot hatte informierten Personen zufolge bereits früher bei Fiat Chrysler wegen einer Fusion angeklopft.

Mit einem Zusammenschluss könnten PSA und Fiat Chrysler wichtige Synergien in einer für die Branche kritischen Zeit erzielen. Die Unternehmen müssen massiv in Zukunftstechnologien wie Elektromobilität und autonomes Fahren investieren.
Zusammen haben die beiden Konzerne vergangenes Jahr rund 8,7 Millionen Autos weltweit verkauft. Damit würden sie auf Platz vier rangieren hinter Volkswagen und der Allianz aus Renault, Nissan, Mitsubishi Motors (beide rund 10,8 Millionen) sowie Toyota (10,6 Millionen) auf Platz drei.

Fiat Chrysler will mehr Gewicht in Europa

PSA Peugeot Citroën
PSA Peugeot Citroën 22,38

CEO Tavares will vor allem in den USA expandieren, wo die französische Marke Peugeot seit fast drei Jahrzehnten nicht mehr vertreten ist. Eine Verbindung mit Fiat Chrysler würde einen breiten Zugang zum US-Markt ermöglichen. So könnten Fiat-Chrysler-Händler, die die beliebten Marken Jeep und Ram verkaufen, möglicherweise auch Peugeot-Modelle anbieten.

Ein Abkommen würde zugleich Fiat Chrysler mehr Gewicht in Europa verschaffen, wo Peugeot im vergangenen Jahr 2,5 Millionen Fahrzeuge verkaufte, verglichen mit einer Million von Fiat Chrysler. Ein kombiniertes Unternehmen würde in Europa fast so viele Fahrzeuge verkaufen wie der Marktführer Volkswagen mit einem Marktanteil von 24 Prozent.

Quelle: n-tv.de, fzö/DJ