Wirtschaft

"Großes Risiko für die Bürger" Finanzexperte warnt vor Bankenfusion

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"Die Deutsche Bank sollte nicht größer werden, sondern kleiner": Gerhard Schick.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der mögliche Zusammenschluss von Deutscher Bank und Commerzbank stößt bei Kritikern auf ernste Zweifel. Es gebe in einer Marktwirtschaft nur selten gute Gründe, Industriepolitik zu machen, sagt Grünen-Finanzexperte Schick. "Mega-Banken zu schaffen, gehört nicht dazu."

Der Grünen-Politiker Gerhard Schick hat eindringlich vor einer möglichen Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank gewarnt. "Das ist ein großes Risiko gerade für die Bürgerinnen und Bürger", sagte Schick der "Rhein-Neckar-Zeitung". "Wer sagt denn nach den vielen kriminellen Geschäften, für die die Deutsche Bank Milliardenstrafen zahlen musste, dass da nicht noch mehr kommt?"

Es gebe in einer Marktwirtschaft nur selten gute Gründe, Industriepolitik zu machen. "Mega-Banken zu schaffen, gehört nicht dazu", betonte der Finanzexperte der Grünen. Es gebe "einen Unterschied zwischen einer Großbank mit einem Bilanzvolumen von 400 bis 600 Milliarden Euro und einer Mega-Bank mit zwei Billionen Euro Bilanzsumme, wie sie durch die Fusion entstehen würde".

Too big to fail

Nach der Finanzkrise 2008 sei klar gewesen, dass keine Bank mehr zu groß sein dürfe, um sie zu retten. "Nun drängt der Finanzminister aber gerade darauf, zu einer hochproblematischen Bank noch eine problematische Bank draufzupacken", kritisierte Schick. "Die Deutsche Bank sollte nicht größer werden, sondern kleiner", fügte er hinzu.

Die beiden größten deutschen Privatbanken hatten am Sonntag erklärt, "ergebnisoffene Gespräche über einen eventuellen Zusammenschluss aufzunehmen". Der Bund ist seit der Finanzkrise an der Commerzbank beteiligt.

An der Börse wurden die Sondierungen freundlich aufgenommen. Der Kurs der Commerzbank-Aktie zog mehr als sieben Prozent an. Die Aktien der Deutschen Bank verteuerten sich um knapp 4,2 Prozent.

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Quelle: ntv.de, bad/AFP