Wirtschaft

ZEW-Index bricht ein Finanzexperten überraschend skeptisch

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Zu viele Unsicherheiten lasten auf den Wirtschaftsaussichten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten: Die Folgen des Handelsstreits zwischen den USA und China erreichen die deutschen Exportbilanzen. Auch die anhaltende Wirren um den Brexit sowie die Berliner Koalition bereiten Wirtschaftsexperten Sorgen.

Die Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich im Oktober überraschend stark eingetrübt. "Die Erwartungen für die deutsche Wirtschaft werden vor allem durch den sich verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. "Die sich daraus ergebenden negativen Einschätzungen hinsichtlich der deutschen Exporte beginnen sich inzwischen in der tatsächlichen Exportentwicklung widerzuspiegeln".

Ein weiterer negativer Einfluss auf die Export- und Konjunkturerwartungen gehe von der wahrscheinlicher werdenden Gefahr eines harten Brexit aus. Nicht zuletzt belaste "auch die als instabiler wahrgenommene Situation der Regierungskoalition in Berlin die Konjunktureinschätzungen", hieß es weiter.

Der von Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen fiel im Vergleich zum Vormonat von minus 10,6 auf minus 24,7 Punkte - "bemerkenswert stark" wie das ZEW kommentierte. Einen stärkeren Rückgang habe es zuletzt nach dem britischen Brexit-Votum im Juli 2016 gegeben, als der Index der Konjunkturerwartungen von plus 19,2 auf minus 6,8 Punkte abrutschte.

Düsterer Konjunkturausblick

Ein neues Dreijahrestief erreichte der ZEW-Index diesmal allerdings nicht: Das aktuelle Niveau entspricht dem Tiefpunkt vom Juli dieses Jahres. Ein schlechterer Wert wurde laut den Angaben zuletzt im August 2012 gemessen. Der Indexstand liegt weiterhin deutlich unter seinem langfristigen Mittelwert von 22,8 Punkten. Der Index der Lagebeurteilung fiel von 76,0 auf 70,1 Punkte.

Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone verschlechterten sich im Oktober ebenfalls. Der entsprechende Indikator fiel um 12,2 Punkte gegenüber dem Vormonat auf minus 19,4. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum verbesserte sich hingegen um 0,3 auf 32,0 Zähler.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ

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